Umfrage: Zustimmung für Klimaschutz-Investitionen sinkt deutlich - Straßenbau gewinnt
Klimaschutz-Investitionen: Zustimmung sinkt deutlich

Umfrage enthüllt deutlichen Stimmungswandel bei öffentlichen Investitionen

Die Zustimmung für mehr staatliche Investitionen in Klima- und Umweltschutz ist in Deutschland besonders stark gesunken. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Während viele Bürgerinnen und Bürger weiterhin mehr öffentliche Ausgaben in Bereichen wie Gesundheit, Bildung und Straßeninfrastruktur befürworten, polarisieren andere Themen zunehmend.

Klimaschutz verliert an Rückhalt

Gemessen an einer früheren IMK-Umfrage aus dem Jahr 2021 ist die Zustimmung für mehr Investitionen in Klima- und Umweltschutz um ganze 20 Prozentpunkte gesunken. Aktuell sprechen sich nur noch etwa 53 Prozent der Befragten für Mehrausgaben in diesem Bereich aus. Auch bei Mobilnetz und Internet sowie bei Fußgänger- und Radwegen ist die Unterstützung deutlich geringer als bei anderen Infrastrukturprojekten.

Im Gegensatz dazu verzeichnen traditionelle Bereiche deutliche Zuwächse:

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  • Die Zustimmung für mehr Investitionen in Straßen, Brücken und Autobahnen stieg um 23 Prozentpunkte
  • Bei öffentlicher Sicherheit sowie bei Bahnverbindungen und öffentlichem Nahverkehr gab es jeweils ein Plus von 11 Prozentpunkten
  • Rund 91 Prozent der Befragten befürworten mehr Ausgaben für Gesundheit und Pflege
  • 87 Prozent wünschen sich höhere Investitionen in Bildung

Skepsis gegenüber Kreditfinanzierung bleibt hoch

Beim Thema Finanzierung zeigt die Umfrage eine klare Tendenz: Zwar stimmen 59 Prozent der Aussage zu, dass der Staat zur Finanzierung öffentlicher Investitionen zusätzliche Kredite aufnehmen dürfen sollte. Doch bei der konkreten Finanzierungsquelle bevorzugen 66 Prozent der Befragten Ausgabenkürzungen in anderen Bereichen. Nur 19 Prozent sprechen sich explizit für Kredite aus.

Die Autoren der Studie, Jan Behringer und IMK-Direktor Sebastian Dullien, betonen: "Die Bevölkerung akzeptiert die Finanzierung öffentlicher Investitionen über Kredite in gewissem Umfang, wie etwa durch das schuldenfinanzierte Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Zugleich wird eine kritische Überprüfung bestehender Staatsausgaben gewünscht."

Investitionsbedarf übersteigt verfügbare Mittel

Das IMK weist darauf hin, dass die bestehenden Sondervermögen den Investitionsbedarf, der 2024 mindestens 600 Milliarden Euro betragen habe, selbst bei strikter Verwendung bestenfalls zu zwei Dritteln decken könnten. Das Institut plädiert daher für eine Änderung der Schuldenregeln zugunsten von Investitionen, da Umschichtungen im Haushalt allein nicht ausreichen würden.

Die Umfrage, an der im Oktober und November 2025 rund 2.700 Menschen teilnahmen, zeigt einen deutlichen Stimmungswandel in der deutschen Bevölkerung. Während grundlegende Infrastrukturbereiche weiterhin breite Unterstützung genießen, sinkt die Priorität für Klimaschutzmaßnahmen deutlich - ein Trend, der politische Entscheidungen in den kommenden Jahren beeinflussen könnte.

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