Kirchlein im Grünen wird zum Forum für globalen Klimaschutz
Das historische Kirchlein im Grünen in Alt Placht verwandelt sich am 25. April 2026 erneut in einen besonderen Begegnungsort, der Natur, Kultur und Wissenschaft auf einzigartige Weise verbindet. Anlässlich des internationalen Tages der Erde lädt die idyllisch in der Uckermark gelegene Stätte zu einer Veranstaltung ein, die weit über lokale Belange hinausreicht.
Globale Expertise trifft auf regionale Umsetzung
Im Mittelpunkt steht ein Vortrag der international renommierten Moorexpertin Dr. Franziska Tanneberger. Die Leiterin des Greifswald Moor Centrums und Trägerin des Deutschen Umweltpreises 2024 berichtet über ihre Erfahrungen beim Weltklimagipfel in Brasilien und überträgt diese Erkenntnisse auf die Situation in Deutschland. „Moore sind nicht nur lokale Ökosysteme, sondern globale Klimaschützer“, betont die Landschaftsökologin, die während des Telefonats für dieses Interview mitten im Recknitztal-Moor stand.
Ihre Botschaft ist klar: Moore fungieren als essentielle Kohlenstoffspeicher, regulieren den Wasserhaushalt und bieten wertvollen Lebensraum. Die Zerstörung dieser Feuchtgebiete hat direkte Auswirkungen auf das weltweite Klima – ein Fakt, der selbst in Brasilien mit seinen ausgedehnten Moorböden oft unterschätzt wird.
Wissenschaft wird praktisch: Das Greifswald Moor Centrum
Mit etwa 100 Fachleuten arbeitet das von Tanneberger geleitete Zentrum daran, wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Lösungen zu überführen. Mecklenburg-Vorpommern gilt dabei als Vorreiterregion mit zahlreichen Wiedervernässungsprojekten, Modellvorhaben und speziellen Ausbildungsprogrammen für Moorschutz-Spezialisten.
„Erfolgreicher Moorschutz erfordert Geduld und Dialog“, erklärt Tanneberger. „Es geht nicht um kurzfristige Aktionen, sondern um langfristiges Engagement. Entscheidend ist die Einbeziehung aller Beteiligten – von Landwirten bis zu Industrievertretern.“ Ihr Ansatz zielt auf gemeinsame Lösungen, die sowohl ökologisch verträglich als auch wirtschaftlich tragfähig sind.
Nachhaltigkeit als Chance für lebenswerte Räume
Die Veranstaltung in Alt Placht steht unter dem Motto des Earth Day 2026: „Mach mit. Geh voran. Lebe bewusst nachhaltig.“ Dabei wird Nachhaltigkeit nicht als Einschränkung verstanden, sondern als Möglichkeit, lebenswerte Räume zu gestalten und eine stabile Zukunft zu sichern.
Im Anschluss an den Fachvortrag erwartet die Besucher ein besonderes musikalisches Programm. Mitglieder des Fördervereins des Kirchleins – Irene Kasner und Dietrich Rudorff an den Querflöten, Jakob Rehder am Violoncello und Pascal Teichmann an der Orgel – interpretieren Werke von Bach, Händel, Purcell, Telemann, Valentine und sogar David Bowie. Diese ungewöhnliche Kombination klassischer und moderner Stücke unterstreicht den Brückenschlag zwischen Tradition und Innovation.
Tradition mit Zukunftsperspektive
Veranstaltungen zum Tag der Erde haben im Kirchlein im Grünen bereits seit Jahren Tradition. Der besondere Ort, eingebettet in die weite Landschaft der Uckermark, verbindet Naturerlebnis, kulturellen Genuss und spirituelle Erfahrung zu einem einprägsamen Gesamterlebnis. „Hier entsteht ein Raum, der nicht nur informiert, sondern auch berührt und inspiriert“, beschreiben die Organisatoren die Atmosphäre.
Alt Placht wird damit erneut zu einem Ort, an dem globale Klimafragen konkret und greifbar werden. Die Veranstaltung demonstriert, dass Veränderungen nicht in fernen Konferenzsälen beginnen, sondern vor der eigenen Haustür – und dass jeder Beitrag zählt, wenn es um den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen geht.



