Asiatische Hornisse bedroht Bienen: Imker warnt vor Apokalypse
Asiatische Hornisse: Imker warnt vor Apokalypse

Mario Bretschneider, Vorsitzender des Imkervereins Dessau, schlägt Alarm: Die Asiatische Hornisse rückt immer näher an Dessau-Roßlau heran. Der Bienenexperte warnt vor den Gefahren der invasiven Insekten und fordert die Behörden zum Handeln auf.

Gefahr für heimische Bienen

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine gebietsfremde Art, die sich in Europa rasant ausbreitet. Sie ernährt sich unter anderem von Honigbienen und kann ganze Völker vernichten. „Haben Sie schon mal was von der Apokalypse gehört?“, fragte Bretschneider bei einer Veranstaltung der CDU-Landtagsfraktion in Dessau-Roßlau. Dort war er als Zuhörer dabei und nutzte die Diskussionsrunde, um auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen.

Keine befriedigenden Antworten

Bretschneider, der den rund 70 Mitglieder zählenden Imkerverein Dessau leitet, wollte von den Behörden wissen, ob sie die „Flut, die früher oder später auf uns zukommt“, bereits auf dem Schirm haben. „Ich wollte wissen, wie sie sich darauf vorbereiten“, erklärte er später im Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung. Eine befriedigende Antwort habe er nicht erhalten. Deshalb schlägt er nun öffentlich Alarm.

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Was die Asiatische Hornisse so gefährlich macht

Die Asiatische Hornisse ist größer als heimische Wespenarten und jagt gezielt Bienen. Sie lauert an Bienenstöcken, fängt die ausfliegenden Bienen und verfüttert sie an ihre eigenen Larven. Ein einzelnes Hornissenvolk kann so innerhalb weniger Wochen ein ganzes Bienenvolk auslöschen. Zudem sind die Hornissen aggressiver und können auch Menschen gefährlich werden, insbesondere bei Allergien.

Empfehlungen des Imkerexperten

Bretschneider rät Imkern, ihre Völker besonders zu schützen und die Ausbreitung der Hornisse zu melden. „Jeder Sichtungsfall sollte den zuständigen Behörden gemeldet werden“, betont er. Nur so könne man die Ausbreitung verlangsamen und die Bienenbestände retten. Auch die Bevölkerung sei gefragt, wachsam zu sein und verdächtige Nester zu melden.

Forderung an die Politik

Der Imkerverein fordert von der Landesregierung ein koordiniertes Vorgehen gegen die invasive Art. „Wir brauchen Frühwarnsysteme und schnelle Reaktionsmöglichkeiten“, so Bretschneider. Bisher fehle es an einer effektiven Strategie. Die Asiatische Hornisse sei eine ernste Bedrohung für die Biodiversität und die Landwirtschaft, da Bienen für die Bestäubung unverzichtbar sind.

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