Bärenrettung: Nach 32 Jahren im Gehege zieht Bärin Teddy in den Bärenwald Müritz
Bärin Teddy zieht nach 32 Jahren in den Bärenwald Müritz

Neues Zuhause für Bärenseniorin: Teddy zieht in den Bärenwald Müritz

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt für die Braunbärin Teddy: Nach 32 Jahren im Tierpark Westerhausen wird sie in das Bärenschutzzentrum Bärenwald Müritz in Stuer umgesiedelt. Die internationale Tierschutzorganisation Vier Pfoten und die Stiftung für Bären organisieren gemeinsam diese Rettungsaktion, die für Montag, den 27. April 2026, geplant ist. Der Transport soll an einem Tag bewältigt werden, da die Strecke vergleichsweise kurz ist.

Ein Leben in beengten Verhältnissen

Bärin Teddy wurde 1994 im Tierpark Westerhausen geboren und verbrachte ihr gesamtes Leben in einem Gehege, das zwar Anfang der 2000er Jahre erneuert wurde und den Mindestanforderungen entspricht, aber für eine Bärenseniorin nicht ausreichend Platz bietet. Magdalena Scherk-Trettin, Projektmanagerin bei Vier Pfoten, betont: „Wir freuen uns sehr, dass Teddy durch die Zusammenarbeit ein neues Zuhause bekommt. Der Tierpark hat eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen – besonders mit Blick auf Teddys Alter und die speziellen Bedürfnisse einer Bärenseniorin.“

Der Förderverein Tierpark Westerhausen erklärt, dass für eine alte Bärin Raum, Bewegung und Möglichkeiten zur natürlichen Verhaltensentfaltung langfristig nicht ausreichend vorhanden waren. Steffen Raßfeld, Vorsitzender des Fördervereins, sagt: „Um Teddy ein Leben in einer Umgebung zu ermöglichen, die ihren Bedürfnissen besser gerecht wird, geben wir sie in den Bärenwald Müritz, wo sie künftig artgemäße Bedingungen vorfindet.“

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Gesundheitliche Herausforderungen und tierärztliche Betreuung

Ende Oktober 2025 wurde Teddy erstmals umfassend veterinärmedizinisch untersucht. Fachleute des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung bescheinigten ihr einen dem Alter entsprechenden guten Allgemeinzustand, stellten jedoch behandlungsbedürftige Probleme fest:

  • Vier frakturierte Zähne
  • Haltungsbedingte Druckstellen an den Ellenbogen
  • Problemstellen an den Pfoten

Julia Bohner, leitende Wildtierärztin, erklärt: „Im Bärenwald Müritz wird sie diese Behandlungen bekommen sowie eine Haltung, die ihren Bedürfnissen angemessen ist.“

Langjährige Vorbereitungen und verantwortungsvolles Handeln

Die Verlegung ist das Ergebnis langjähriger Vorbereitungen der Stiftung für Bären und eines engen Austauschs aller Beteiligten. Bernd Nonnenmacher, Geschäftsführer der Stiftung für Bären, sagt: „Der Fall Teddy begleitet uns seit rund zehn Jahren – umso größer ist unsere Freude, dass nun gemeinsam eine gute Lösung für die Bärin gefunden werden konnte. Zusammen mit Vier Pfoten gehen wir diesen wichtigen Schritt, um Teddy einen angemessenen und tiergerechten Lebensabend zu ermöglichen.“

Beide Organisationen sehen in dem Umzug ein Beispiel für verantwortliches Handeln werterhaltender Einrichtungen und hoffen auf Nachahmer. Der Bärenwald Müritz besteht seit 2006 in der Mecklenburgischen Seenplatte und bietet auf 16 Hektar naturbelassenem Wald ein Zuhause für derzeit zehn von Vier Pfoten gerettete Braunbären. Die Anlage dient nicht nur dem Schutz der Tiere, sondern auch der Aufklärungsarbeit der Organisation.

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