Gestrandeter Buckelwal vor Poel schwimmt wieder - Rettungsaktion im Zeitplan
Gestrandeter Buckelwal vor Poel schwimmt wieder

Gestrandeter Buckelwal vor Poel schwimmt wieder - Rettungsaktion im Zeitplan

Der seit knapp drei Wochen vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns festsitzende Buckelwal hat sich in Bewegung gesetzt. Auf Livestreams im Internet war zu erkennen, dass das Tier schwimmt und dabei mehrfach die Richtung wechselt. Der Meeressäuger lag seit dem 31. März in der Wismarbucht vor der Insel Poel fest und zeigt nun erste Anzeichen von Erholung.

Rettungsinitiative bereitet sich auf verschiedene Szenarien vor

Die leitende Tierärztin der privaten Rettungsinitiative, Janine Bahr-van Gemmert, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass das Team auf dem Weg zum Hafen sei und Boote bereitstünden. Die Vertreter der Initiative auf Poel sehen sich zuletzt auf sehr gutem Weg und im Zeitplan. Der Wal habe am Sonntagmorgen „tolle Reaktionen“ und viel Lebensenergie gezeigt.

Rechtsanwältin Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative erklärte: „Wir schließen nicht aus, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger aus eigener Kraft freischwimmt. In diesem Fall greift unser Plan B.“ Dieser sieht vor, dass DLRG-Boote auf Stand-by sind, um den Wal gegebenenfalls zu geleiten. „Es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten können“, so von der Meden.

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Unterschiedliche Einschätzungen zur Rettungsaktion

Ein Finanzier der Aktion, der Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, zeigte sich jedoch pessimistischer. Er äußerte Bedenken, ob sich der Wal noch geleiten lasse, da dieser nun registriere, dass er völlig frei sei. Diese unterschiedlichen Einschätzungen unterstreichen die Komplexität der Rettungsbemühungen.

Bislang war geplant, unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane zu führen. Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen und später Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollen dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. Die Netzplane, auf der das Tier zwischen Pontons transportiert werden soll, war nach Behördenangaben bereits im Wasser.

Details zum Wal und zum bisherigen Verlauf

Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Der geschwächte Wal liegt bereits seit 20 Tagen in der Wismarbucht vor der Insel Poel. Zwischen dem Hafen in Kirchdorf und dem vor der Insel Poel liegenden Wal waren zuletzt DLRG-Boote unterwegs, die auch zur Sicherung des Einsatzpersonals vor Ort dienten.

Seit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck im Kreis Nordwestmecklenburg. Das Tier hatte sich dabei wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit. Mehrfach lag der Wal fest, bevor die aktuelle Rettungsaktion eingeleitet wurde.

Die Situation bleibt dynamisch, und die Rettungsteams beobachten die Entwicklung genau, um im richtigen Moment eingreifen zu können. Die Hoffnung ist groß, dass der Buckelwal bald wieder in tieferen Gewässern und letztlich im Atlantik schwimmen kann.

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