Verstörende Enthüllungen aus britischen Forschungslaboren
Ein ehemaliger Mitarbeiter hat heimlich grausame Szenen aus zwei britischen Tierversuchslaboren gefilmt, die nun öffentlich wurden. Die Aufnahmen zeigen qualvolle Experimente an verschiedenen Tierarten, die behördlich genehmigt und damit legal durchgeführt werden. Besonders erschütternd sind die Versuche an Langschwanzmakaken, die für die Entwicklung von Abnehmspritzen extra gemästet wurden.
Qualen für die Schönheitsindustrie
Laut den Enthüllungen des Whistleblowers wurden Affen systematisch gemästet, bevor man ihnen Wirkstoffe gegen Übergewicht verabreichte. Die Substanzen wurden den Tieren über dünne Schläuche direkt in den Magen eingeführt – bei vollem Bewusstsein. Makaken werden für solche Tests bevorzugt, da sie dem Menschen biologisch relativ ähnlich sind. Die Schreie der gequälten Tiere verfolgen den ehemaligen Labor-Mitarbeiter bis heute.
Die Aufnahmen dokumentieren verschiedene qualvolle Prozeduren:
- Affen werden in Schraubstöcken fixiert, während ihnen Schläuche in den Hals geschoben werden
- Beagles werden für psychopharmakologische Tests missbraucht
- Minischweinen werden bei vollem Bewusstsein Wunden zugefügt
- Trächtige Kaninchen werden für Embryonen-Studien eingesetzt
Pharmaunternehmen als Auftraggeber
Die Versuche dienen der Entwicklung neuer Medikamente für große Pharmaunternehmen. Getestet werden neben Abnehmspritzen auch Wirkstoffe gegen Kopfschmerzen, Sodbrennen, Allergien, Cholesterinprobleme sowie Antibiotika und Antidepressiva. Tiere, die die Experimente überleben, werden anschließend getötet und für weitere Untersuchungen seziert. Erst nach diesen vorgeschriebenen Tierversuchen dürfen klinische Studien am Menschen beginnen.
Tierversuche in Zahlen
2024 wurden in Großbritannien etwa 2,55 Millionen Tiere in rund 2,64 Millionen Experimenten eingesetzt. Die Versuche dienten vor allem der medizinischen Forschung und der Zucht genetisch veränderter Tiere. Da manche Tiere mehrfach verwendet werden, liegt die Zahl der Experimente etwas höher als die der Tiere.
Auch in Deutschland sind Tierversuche weit verbreitet. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung wurden 2024 insgesamt 3.063.569 Tiere genutzt, darunter 1.109.100 sogenannte Überschusstiere, die gezüchtet, aber nicht in Experimenten eingesetzt und anschließend getötet wurden. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Gesamtzahl um 12,5 Prozent.
Josefin Lawrence von Peta Deutschland erklärt: „Tierversuchszahlen speziell für Medikamente gibt es nicht, da die Entwicklung von Medikamenten in verschiedene Kategorien fällt, hauptsächlich in die Kategorie ‚translationale und angewandte Forschung‘. Für Versuche dieses Bereichs wurden im Jahr 2024 200.035 Tiere missbraucht.“
Wissenschaftliche Rechtfertigung und ethische Fragen
Die Versuche sollen klären, wie sicher ein Medikament ist, welche Dosierung wirksam und ab wann sie schädlich ist. Zudem wird untersucht, wie sich Wirkstoffe im Körper verteilen und welche Auswirkungen sie auf Organe haben. Häufig werden Substanzen über einen Schlauch direkt in den Magen verabreicht oder über Masken eingeatmet.
Doch die ethischen Fragen bleiben brisant: Muss tierisches Leid für menschliche Schönheitsideale und medizinischen Fortschritt in Kauf genommen werden? Die verstörenden Aufnahmen aus den britischen Laboren werfen ein grelles Licht auf diese moralischen Dilemmata der modernen Forschung.



