Gefährliche Wanderung: Wie der Harzklub Amphibien in Bad Suderode vor dem Verkehrstod bewahrt
Jedes Frühjahr beginnt im Harz eine gefährliche Reise für Tausende von Amphibien. Bei Bad Suderode machen sich Erdkröten, Molche und andere Arten auf den Weg zu ihren Laichgewässern – eine Strecke, die oft über stark befahrene Straßen führt. Der Harzklub-Zweigverein des Ortes hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Tiere vor dem sicheren Tod im Verkehr zu schützen.
230 Meter Schutzzaun und unermüdlicher Einsatz
Entlang des Weges am Teich unterhalb des Parkplatzes am Felsenkeller in Bad Suderode erstrecken sich rund 230 Meter grüner Krötenschutzzäune. Diese Barrieren leiten die wandernden Amphibien in insgesamt 13 spezielle Eimer, die direkt an den Zäunen in die Erde eingelassen sind. Ehrenamtliche wie Christina Geffert und Stephan Krimmling kontrollieren diese Eimer regelmäßig, um die Tiere sicher über die Straße zu tragen und in ihr Laichgewässer zu setzen.
„Das erklärt einiges“, sagte Christina Geffert kürzlich, als sie und ihr Kollege bei ihrer abendlichen Kontrolle auf zwei Mädchen trafen, die gerade dabei waren, Erdkröten in den Teich zu bringen. Solche spontanen Helfer zeigen, wie sehr die Aktion die lokale Gemeinschaft bewegt und unterstützt wird.
Warum der kleine Teich so wichtig ist
Der Teich bei Bad Suderode dient als zentrales Laichgewässer für die Amphibienpopulation der Region. Ohne diesen Lebensraum und den Schutz durch den Harzklub wären viele der Tiere dem Verkehr schutzlos ausgeliefert. Die freiwillige Arbeit des Vereins ist daher nicht nur eine lokale Naturschutzmaßnahme, sondern ein essenzieller Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt im Harz.
Die Amphibienwanderung findet jedes Frühjahr statt, wenn die Temperaturen steigen und die Tiere aus ihren Winterquartieren zu den Gewässern aufbrechen. In diesem Jahr beobachtet der Harzklub-Zweigverein jedoch besondere Entwicklungen:
- Eine leicht erhöhte Anzahl wandernder Tiere im Vergleich zu Vorjahren
- Verstärktes Interesse und Unterstützung aus der lokalen Bevölkerung
- Optimierte Platzierung der Schutzzäune basierend auf Erfahrungen aus vergangenen Aktionen
Der Einsatz der Ehrenamtlichen rettet nicht nur einzelne Tiere, sondern sichert den Fortbestand ganzer Populationen. Jede gerettete Kröte oder jeder Molch kann sich fortpflanzen und so die Artenvielfalt im Harz erhalten.
Die Arbeit des Harzklub-Zweigvereins Bad Suderode zeigt eindrucksvoll, wie engagierte Freiwillige mit vergleichsweise einfachen Mitteln – Zäunen und Eimern – einen großen Unterschied im Naturschutz machen können. Ihr unermüdlicher Einsatz sorgt dafür, dass die gefährliche Reise der Amphibien ein sicheres Ende findet.



