Osterfeuer als Todesfalle für Wildtiere: So schützt man Igel & Co. vor dem qualvollen Tod
Osterfeuer: Todesfalle für Wildtiere - So schützt man Tiere

Osterfeuer: Traditioneller Brauch mit tödlichen Nebenwirkungen

Wenn sich am Karsamstag die Menschen um lodernde Flammen versammeln, denken die wenigsten an das Schicksal der Tiere, die im Inneren des Holzstapels gefangen sein könnten. Für Igel, Hasen, Kaninchen und zahlreiche andere Wildtiere werden die sorgsam aufgeschichteten Brennholzberge zur tödlichen Falle.

Holzstapel als vermeintlich sicheres Versteck

Besonders Igel suchen gerne in Holz- und Reisighaufen Schutz und Unterschlupf. Was für die Tiere wie ein ideales Zuhause erscheint, entpuppt sich oft als Todesurteil, wenn es sich genau um jenen Holzstoß handelt, der für das Osterfeuer bestimmt ist. Zwischen den Ästen verkriechen sich nicht nur Säugetiere, sondern auch Kröten, Schlangen, verschiedene Insektenarten und Spinnentiere.

Wenn die Flammen lodern, bleibt den Tieren meist keine Zeit zur Flucht. Sie verenden qualvoll durch Verbrennen oder Ersticken – ein Schicksal, das den feiernden Menschen in der Regel verborgen bleibt. Während Erwachsene an ihren Getränken nippen und Kinder lachend über das Feld jagen, spielt sich im Inneren des Feuerberges eine Tragödie ab.

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Einfache Maßnahmen retten Tierleben

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten macht auf diese unterschätzte Gefahr aufmerksam. Wildtierexpertin und Biologin Eva Lindenschmidt betont: "Damit keine Tiere im Osterfeuer zu Tode kommen, sollte der Brennhaufen erst kurz vor dem Anzünden aufgeschichtet werden." Bei großen Osterfeuern, die bereits im Voraus vorbereitet werden müssen, empfiehlt sie eine einfache Alternative: "Bereits aufgeschichtetes Geäst sollte vor dem Anzünden unbedingt noch einmal umgeschichtet werden."

Nach dem Umschichten sollte man sich für etwa eine Stunde vom Haufen entfernen. Diese Ruhephase gibt Kleintieren die Möglichkeit, sich ungestört in Sicherheit zu bringen und ins umliegende Dickicht zu flüchten. Zusätzlich sollte in der Nähe des Osterhaufens auf künstliches Licht verzichtet werden, da dies weitere Tiere anziehen könnte.

Gemeinschaftsaktion statt lästige Pflicht

Was zunächst nach zusätzlicher Arbeit klingt, kann sich zu einem bereichernden Gemeinschaftserlebnis entwickeln. Lindenschmidt beschreibt das Umschichten als "Mitmachaktion": "Wenn Erwachsene und Kinder zusammen anpacken, geht es nicht nur schnell, sondern wird zu einem lebendigen und fröhlichen Teil des Osterbrauchs."

Der Aufwand lohnt sich besonders in der aktuellen Jahreszeit: "Gerade jetzt, wo viele Wildtiere mit der Aufzucht ihrer Jungen beginnen und auf der Suche nach schützenden Verstecken sind, ist die Wahrscheinlichkeit, damit Tieren das Leben zu retten, extrem hoch", erklärt die Biologin.

Verantwortungsvoller Umgang mit Tradition

Ob aus religiösen Gründen oder einfach zum gemeinsamen Feiern – dass das Tierleid dabei so gering wie möglich gehalten wird, sollte allen Beteiligten gleichermaßen am Herzen liegen. Durch einfache Vorsichtsmaßnahmen kann der jahrhundertealte Brauch des Osterfeuers in Einklang mit modernem Tierschutz gebracht werden.

Die Kennzeichnung des Brennplatzes hilft zusätzlich, Hunde und Spaziergänger fernzuhalten und den Wildtieren die nötige Ruhe für ihren Umzug zu geben. So wird Tierschutz mit minimalem Aufwand zum integralen Bestandteil der Osterfeierlichkeiten.

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