Neuköllner Rattenplage: Tierschützer sabotieren Giftköder - Kameraüberwachung als Lösung?
Rattenplage in Neukölln: Tierschützer sabotieren Bekämpfung

Neuköllner Rattenplage: Tierschützer sabotieren Giftköder - Kameraüberwachung als Lösung?

Der Neuköllner Grünflächen-Stadtrat Jochen Biedermann (Grüne) zeigt sich fassungslos und wütend. Bereits zum vierten Mal musste die Bekämpfung einer massiven Rattenplage auf dem Reuterplatz in Neukölln abgebrochen werden. Radikale Tierschützer haben erneut Schlösser von Absperrungen verklebt, Giftköder gestohlen oder direkt zerstört. Polizeiliche Ermittlungen verlaufen bislang ergebnislos.

Ein außergewöhnlicher Problemfall in Berlin

Der Reuterplatz in Neukölln stellt einen berlinweit außergewöhnlichen Problemfall dar. Unter Büschen und in Beeten sind deutlich zahlreiche Rattenlöcher zu erkennen. Doch die Nager scheinen ungewöhnliche Beschützer zu haben. „Aus welchen Gründen diese Leute das auch immer tun und die Ratten in ihr Herz geschlossen haben – sie tun damit niemandem einen Gefallen“, erklärt der Grünen-Politiker Biedermann. „Nicht der Natur, nicht der Biodiversität auf dem Platz, nicht den Anwohnern.“

Das Neuköllner Gesundheitsamt hat den zuständigen Stadtrat eindeutig angewiesen, die Ratten in öffentlichen Anlagen zu bekämpfen – genau wie jeder Privatmann. Die Nagetiere können über 100 verschiedene Infektionen übertragen, darunter:

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  • Hepatitis
  • Tuberkulose
  • Tollwut
  • Fleckfieber
  • Salmonellen
  • Toxoplasmose
  • Cholera

Anwohner fordern entschlossenes Handeln

Die Anwohner des Reuterplatzes üben zunehmend Druck aus und fordern mehr Anstrengungen gegen die sogenannte „Rattenschützer-Mafia“. Bäckerei-Besitzerin Clemence Balladur (37), die regelmäßig über den Platz geht, um ihren fünfjährigen Sohn Gabriel aus der Kita abzuholen, berichtet: „Es sind immer noch oft Ratten zu sehen, obwohl inzwischen viel weniger Müll herumliegt.“

Schädlingsbekämpfer Johannes Vahl (40) erklärt die Problematik aus fachlicher Sicht: „Man will auf einer Parkbank doch in der Sonne und nicht in einem Rudel Ratten sitzen.“ Seine speziellen Köderboxen enthalten in der Mitte einen mit chemischen Giftstoffen versetzten Getreideblock. Ratten, die davon fressen, verbluten einige Tage später innerlich. „Das klingt grausam, aber sie merken es nicht“, so der Experte.

Systematische Sabotage durch Tieraktivisten

Bei der letzten Bekämpfungsaktion haben Tieraktivisten auf dem Reuterplatz sämtliche Köderboxen mit Bauschaum unbrauchbar gemacht. Im Protokoll der Schädlingsbekämpfer heißt es deutlich: „Die Bekämpfung wird erneut abgebrochen. Jede weitere Maßnahme würde erneut sabotiert werden.“

Als möglicher Ausweg aus dieser verfahrenen Situation wird laut internen Papieren nun geprüft, den befallenen Bereich ähnlich wie bei teuren Baustellen mit Kameras zu überwachen oder einen 24/7-Wachschutz einzurichten.

Explodierende Kosten und offene Fragen

Stadtrat Biedermann stellt die entscheidende Frage: „Aber wer soll das bezahlen?“ Allein der vierte und vorerst letzte Versuch mit Absperrungen und Ködern hat mehr als 5.000 Euro gekostet. Der Grünen-Politiker bedauert: „Die hätte ich lieber für Spielgeräte ausgegeben.“

Abschließend appelliert Biedermann an alle Bürger: Bitte kein Vogelfutter auf den Boden streuen, kein Essen und keinen Müll herumliegen lassen! Reste von Vogelfutter locken besonders Wanderratten an und verschärfen das Problem zusätzlich.

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