Rettungsaktion für gestrandeten Buckelwal vor Poel: Private Initiative startet spektakulären Einsatz
Rettungsaktion für Buckelwal vor Poel gestartet (17.04.2026)

Spektakuläre Rettungsaktion für gestrandeten Buckelwal vor Poel gestartet

Vor der Insel Poel in der Ostsee hat am Donnerstagmorgen eine beispiellose Rettungsaktion für einen gestrandeten Buckelwal begonnen. Ein Team aus privaten Helfern und Spezialfirmen versucht, das etwa zwölf Meter lange Tier, das seit Ende März in der Ostsee festsitzt und stark geschwächt ist, zu bergen und in die offene See zu schleppen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, wobei der eigentliche Rettungsversuch frühestens am Freitag stattfinden wird.

Finanzierung durch Millionäre und innovative Technik

Die Rettungsaktion wird von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert. Der Plan sieht vor, zunächst den Schlick unter dem Wal wegzuspülen, um ihn dann mit einem Luftkissen anzuheben. Anschließend sollen Schlepper das Tier auf einer Plane zwischen zwei Schwimmkörpern in die Nordsee transportieren. Am Donnerstagnachmittag wurde klar, dass die Arbeiten an den Pontons im Hafen von Kirchdorf abgeschlossen sind, wobei der große Ponton in ein U-förmiges Konstrukt umgebaut wird, um den Wal sicher ins offene Meer zu bringen.

Rechtliche Grundlage und politische Reaktionen

Umweltminister Till Backhaus (SPD) von Mecklenburg-Vorpommern hat erklärt, dass das Land keine Genehmigung für die Rettungsmaßnahme erteilt hat, da hierfür keine rechtliche Grundlage besteht. Stattdessen wird die Aktion geduldet, da sie als Anzeige einer Inobhutnahme bewertet wird. Backhaus betonte, dass das wissenschaftliche Gutachten, das den Gesundheitszustand des Wales als kritisch einschätzt, weiterhin maßgeblich sei, räumte aber ein, dass auch die Wissenschaft sich irren könne. Politische Reaktionen reichen von Kritik der AfD bis zur Forderung der Grünen nach fachlicher Begleitung.

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Herausforderungen und wissenschaftliche Bedenken

Der Meeresbiologe Boris Culik begrüßt den Rettungsversuch, warnt jedoch davor, dass das Hauptproblem – Netzreste im Maul des Wales – ungelöst bleibt. Ohne Befreiung davon könnte der Wal sich nicht ernähren und würde sterben. Greenpeace kritisiert die Aktion, da nach wissenschaftlichen Gutachten die Erfolgsaussichten gering und das Verletzungsrisiko hoch seien. Der Wal zeigt trotzdem Aktivitäten wie regelmäßiges Atmen und gelegentliche Bewegungen, was Hoffnung gibt.

Logistische Vorbereitungen und öffentliches Interesse

Am Freitag wurden weitere Pontons angeliefert und im Hafen zusammengebaut, während Taucher den Wal freispülten. Ein Netz und eine Plane sind bereits auf dem Weg zum Tier, um es während des Transports zu schützen. Die Zahl der Schaulustigen nimmt zu, wobei Verstöße gegen die Sperrzone mit Bußgeldern bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Die Bewohner von Poel leiden unter dem Hype, hoffen aber auf eine erfolgreiche Rettung.

Die Rettungsinitiative betont, dass sie sich nach der Zeit des Tieres richtet und keine genauen Zeitpläne macht. Mit Unterstützung von Wasserschutzpolizei und DLRG soll der Einsatz am Wochenende fortgesetzt werden, wobei alle Beteiligten auf ein positives Ergebnis hoffen.

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