Wal-Rettung vor Poel: Initiative droht mit nächtlichem Transportstart
Wal-Rettung: Initiative droht mit nächtlichem Transport

Wal-Rettung vor Poel: Initiative droht mit nächtlichem Transportstart

Der Rettungsversuch für den geschwächten Buckelwal vor der Insel Poel verzögert sich weiter. Die private Rettungsinitiative macht dafür die Behörden verantwortlich und erwägt nun, den Transport des Tieres notfalls auch spätabends oder nachts zu beginnen. Die zuständigen Behörden weisen die Vorwürfe entschieden zurück.

Kritik an bürokratischen Hürden

Walter Gunz, Mitgründer von MediaMarkt und einer der Geldgeber der Initiative, erklärte, für den Rettungsversuch spiele es keine Rolle, ob es hell oder dunkel sei. Er behauptete, man habe "durch unsägliche bürokratische Maßnahmen" einen ganzen Tag verloren. Diese Kritik äußert die Initiative nicht zum ersten Mal.

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) widersprach diesen Vorwürfen deutlich. Dem NDR sagte er, man bekomme Hinweise, falls die Akteure vom Konzept abwichen. "Wir leben auch in einem Rechtsstaat", betonte Backhaus. Entscheidungen würden in kurzer Frist getroffen, wie das Beispiel einer aus Hawaii eingeflogenen Tierärztin zeige, die kurzfristig eine Zulassung erhalten habe. "Ich kann nicht erkennen, dass wir hier bürokratische Hindernisse aufbauen", so der Minister.

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Schlepper steht bereit

Im Hafen von Wismar traf am Sonntag der Schlepper "Robin Hood" ein, der das Tier in die Nordsee bringen soll. Kapitän Martin Bocklage sagte der "Bild"-Zeitung, er freue sich auf diese neue Herausforderung und warte, dass es endlich losgehe.

Nach den Plänen der Rettungsgruppe soll unter den Wal eine zwischen Pontons befestigte Plane geführt werden. Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen und später Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollen dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden.

Der Zustand des Wals

Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Auf Livestreams im Internet war am Sonntagnachmittag zu sehen, wie mit einem Bagger auf der schwimmenden Plattform offenbar weiter Sand unter dem Tier abgepumpt wurde.

NDR-Reporter berichteten, zwei Taucher hätten vor dem Wal Plane und Netz ausgerichtet, die Teil der Transportkonstruktion sind. Seit Donnerstag laufen die Arbeiten der privaten Initiative, die das Tier lebend zurück in die Nordsee bringen möchte. Ursprünglich war der Start des Transports für Freitag geplant.

Langer Leidensweg des Tieres

Der geschwächte Wal liegt bereits seit Ende März vor der Insel Poel. Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden.

Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen werde. Dennoch setzt die private Initiative alle Hebel in Bewegung, um das Tier zu retten, während die Behörden auf rechtliche Rahmenbedingungen verweisen.

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