Wolfs-Attacke in Hamburg: Jäger-Chef fordert klare Entscheidung
Die Wolfs-Attacke in Hamburg sorgt weiterhin für erhebliche Diskussionen und politischen Handlungsdruck. Am Montagabend gegen 19 Uhr griff ein Jungwolf in Hamburg-Altona – mitten im städtischen Bereich – eine 65-jährige Frau an und biss ihr ins Gesicht. Die verletzte Frau musste zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
Fang und vorläufige Unterbringung des Wolfs
Nach seiner Flucht konnte der Wolf kurze Zeit später von Polizeibeamten und einem Stadtjäger mit einer speziellen Tierschlinge gefangen werden. Ohne Betäubung wurde das Raubtier in eine Transportbox verbracht und befindet sich laut aktuellen Medienberichten vorläufig im Wildgehege Klövensteen in Rissen. Über das endgültige Schicksal des Tieres soll bereits am Dienstag entschieden werden.
Zwei Optionen nach Ansicht des Jäger-Präsidenten
Helmut Dammann-Tamke (64), Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), äußerte sich deutlich zu den möglichen Konsequenzen. Für ihn kommen nur zwei Alternativen in Betracht: Entweder der Wolf wird eingeschläfert oder am Stadtrand von Hamburg mit einem Senderhalsband ausgewildert. Dammann-Tamke betonte gegenüber Medien: „Die Verantwortung liegt jetzt bei der Politik, zu entscheiden, was passiert. Ein Wildtier in Gefangenschaft zu halten, ist schon aus Tierschutzgründen keine Option.“
Falls sich die Entscheidungsträger für die Auswilderung entscheiden sollten, fordert der Jäger-Chef zwingend ein Senderhalsband. „Bei weiteren Auffälligkeiten muss dann unbedingt gehandelt werden“, so Dammann-Tamke. In diesem Kontext bedeutet Handeln eindeutig die Tötung des Tieres.
Präzedenzfall Wolf „Kurti“ aus Niedersachsen
Als historisches Beispiel nennt der DJV-Präsident den Fall des Wolfs „Kurti“ aus dem Jahr 2016. Damals wurde in Niedersachsen ein Wolf zum Abschuss freigegeben und getötet, nachdem er sich mehrfach Spaziergängern mit Hunden genähert hatte. Dieser Vorfall konnte genau dokumentiert werden, da „Kurti“ ebenfalls mit einem Sendehalsband ausgestattet war.
Forderung nach effektivem Wolfsmanagement
Mit Blick auf die verletzte Frau in Hamburg unterstrich Dammann-Tamke: „Wir wünschen der Frau, die gestern von einem Wolf gebissen wurde, gute Genesung und sind gleichzeitig betroffen, dass so schonungslos offenbar wird, was wir dringend brauchen: ein effektives Wolfsmanagement.“ Seiner Ansicht nach geht es darum, ein möglichst konfliktarmes Zusammenleben von Menschen, Wölfen und Weidetieren zu gewährleisten.
Der Wolf müsse in Deutschland endlich lernen, Abstand zu halten. Dies könne nur durch den gezielten Abschuss von Einzeltieren erreicht werden, deren Verhalten dann das gesamte Rudel präge. Die aktuelle Situation in Hamburg zeigt nach Ansicht des Experten die Dringlichkeit einer klaren und konsequenten Herangehensweise im Umgang mit wildlebenden Raubtieren in besiedelten Gebieten.



