Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) hat die israelischen Angriffe im Gazastreifen scharf kritisiert, die die ohnehin prekäre Trinkwasserversorgung weiter verschärfen. Bei einem gezielten Angriff der israelischen Armee wurden kürzlich zwei Fahrer getötet, die im Auftrag von Unicef sauberes Trinkwasser an Familien ausliefern wollten. Das Hilfswerk zeigte sich empört über die Tötung der beiden Männer, die am Morgen des 17. April an der Wasserstation Mansoura im Norden Gazas arbeiteten. Diese Station versorgt unter anderem Gaza-Stadt mit Trinkwasser.
Unicef setzt Operationen aus
Nach dem Vorfall setzte Unicef die Verteilungsoperationen an der betroffenen Wasserstation vorerst aus. Die Organisation warnte, dass damit ein wichtiger Versorgungsweg für Tausende Familien unterbrochen sei. Man forderte die israelischen Behörden auf, den Vorfall umfassend zu untersuchen und für volle Rechenschaft zu sorgen. Die Angriffe auf die zivile Infrastruktur haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren des Krieges verheerende Auswirkungen gehabt.
Zivile Infrastruktur weitgehend zerstört
Omar Shatat, stellvertretender Direktor des Wasserversorgungsunternehmens der Küstengemeinden im Gazastreifen, erklärte gegenüber dem Guardian: Seit Kriegsbeginn hätten sie etwa 19 Mitarbeiter von Wasserversorgungsanlagen verloren, die Reparatur- und Verteilungsarbeiten durchführten. Gezielte Angriffe seien Teil der operativen Realität geworden. Israelische Angriffe haben den Großteil der zivilen Infrastruktur Gazas zerstört, darunter die Netze für sauberes Wasser sowie für Abwasserentsorgung und -aufbereitung. Wiederholt wurden Palästinenser getötet, die versuchten, diese Netze instand zu halten oder wiederherzustellen.
Waffenruhe brüchig
Die Gewalt in dem Küstengebiet hält trotz einer im Oktober 2025 vereinbarten Waffenruhe an. Fast täglich kommt es zu israelischen Angriffen auf Palästinenser. Israel und die mit Iran verbündete Hamas werfen einander Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe wurden nach Angaben lokaler Rettungskräfte mindestens 800 Palästinenser getötet, während dem israelischen Militär zufolge vier Soldaten getötet wurden.
Krankheitsrisiko steigt
Der Mangel an sauberem Trinkwasser begünstigt die Ausbreitung von Krankheiten. Die von Israel verhängten Einfuhrbeschränkungen für Seife, Waschpulver und andere Hygieneartikel nach Gaza haben zudem zu einem Preisanstieg geführt. Dies verschärft die Herausforderung, in überfüllten Notunterkünften und Zeltlagern auf Hygiene zu achten und Infektionen zu vermeiden. Die humanitäre Lage bleibt katastrophal.



