Der britische Ölkonzern BP hat zu Beginn des Jahres 2026 seinen Gewinn mehr als verdoppelt. Grund dafür sind die anhaltend hohen Ölpreise, die durch den Iran-Krieg weiter nach oben getrieben werden. Wie das Unternehmen am Dienstag in London mitteilte, belief sich der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn im ersten Quartal auf rund 3,2 Milliarden US-Dollar (etwa 2,7 Milliarden Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei knapp 1,4 Milliarden Dollar gelegen.
BP profitiert von geringer Abhängigkeit vom Nahen Osten
Das Unternehmen profitiert davon, dass es im Vergleich zu anderen Ölkonzernen weniger stark von den kriegsbedingten Produktionskürzungen im Nahen Osten betroffen ist. BP betreibt in der Region vergleichsweise kleine Anlagen. Zudem konnte das Unternehmen Produktionsausfälle durch eine höhere Förderung im Golf von Mexiko ausgleichen. Bereits zuvor hatte BP von einem „außergewöhnlichen“ Ölhandel gesprochen.
Neue Konzernchefin startet mit Rückenwind
Die starken Zahlen kommen zur rechten Zeit für die neue Konzernchefin Meg O'Neill, die ihr Amt erst vor kurzem angetreten hat. Sie kann nun mit Rückenwind in ihre Amtszeit starten. „Unsere Branche agiert in einem Umfeld von Konflikten und Komplexität und spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Energieversorgung“, erklärte O'Neill laut einer Mitteilung des Konzerns. Zu ihren Aufgaben gehören die Reduzierung der Schulden, die Verschlankung der Konzernstruktur und die Rücknahme teurer Investitionen in kohlenstoffarme Projekte.
Die Entwicklung der Ölpreise bleibt für BP ein entscheidender Faktor. Sollte der Iran-Krieg weiter eskalieren, könnten die Preise noch weiter steigen, was dem Konzern zusätzliche Gewinne bescheren würde. Allerdings birgt die geopolitische Lage auch Risiken für die globale Energieversorgung.



