FIFA führt Rote Karte für Hand vor Mund bei WM ein
Rote Karte für Hand vor Mund bei WM

Neue Regel bei der Fußball-Weltmeisterschaft

Die FIFA hat eine neue Regel eingeführt, die Spielern bei der Weltmeisterschaft die Rote Karte einbringen kann, wenn sie während einer Auseinandersetzung mit einem Gegner ihre Hand vor den Mund halten. Diese Entscheidung wurde auf einer Sondersitzung des International Football Association Board (Ifab) in Vancouver getroffen, wie die dpa berichtet.

Hintergrund der Regeländerung

Die Regeländerung geht auf eine Forderung von FIFA-Präsident Gianni Infantino zurück. Er hatte sich bereits vor zwei Monaten in einem Interview mit Sky kritisch über das Verhalten von Spielern geäußert, die ihr Gesicht beim Sprechen verdecken. „Wenn ein Spieler seinen Mund bedeckt und etwas sagt und dies rassistische Folgen hat, dann muss er natürlich vom Platz gestellt werden“, so Infantino. Er ergänzte: „Warum muss ein Spieler seinen Mund zudecken, wenn er etwas zu einem anderen Spieler sagt? Man muss in so einem Fall davon ausgehen, dass der Spieler etwas gesagt hat, was er nicht sagen sollte. Wenn man nichts zu verbergen hat, hält man sich beim Sprechen nicht den Mund zu.“

Umsetzung und Geltungsbereich

Die Regel gilt zunächst nur für die Weltmeisterschaft, die am 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko beginnt. Ob sie auch in anderen Wettbewerben wie der Bundesliga oder der Champions League angewendet wird, bleibt den jeweiligen Organisatoren überlassen. Das Ifab teilte jedoch auf dpa-Anfrage mit, dass eine langfristige verpflichtende Einführung möglich sei.

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Auslöser: Vorfall im Champions-League-Spiel

Die Debatte um das Verdecken des Mundes wurde durch einen Vorfall im Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon ausgelöst. Der Benfica-Profi Gianluca Prestianni hatte sich in einer Auseinandersetzung mit Real-Star Vinícius Júnior das Trikot vor den Mund gezogen. Er stand im Verdacht, sich rassistisch geäußert zu haben, was er jedoch bestritt. Die UEFA sperrte den Argentinier wegen einer homophoben Äußerung für sechs Spiele, davon drei auf Bewährung.

Weitere Regelverschärfung

Neben der neuen Regel zum Mundverdecken wurde auch eine weitere Verschärfung für die WM beschlossen. Spieler, die aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung den Platz verlassen, können ebenfalls die Rote Karte sehen. Dies gilt auch für Offizielle, die Spieler dazu auffordern. Verursacht ein Team auf diese Weise einen Spielabbruch, wird die Partie automatisch für den Gegner gewertet.

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