Vier Generationen im Check: Welcher Golf ist der beste Gebrauchte?
Der VW Golf zählt zu den erfolgreichsten Automobilen weltweit und genießt auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt eine hohe Beliebtheit. Die jüngsten beiden Generationen sind besonders begehrt, doch sie sind nicht immer frei von Schwachstellen und können preislich eine Herausforderung darstellen. Interessant bleiben jedoch auch die älteren Modelle wie der Golf 5 und Golf 6. In diesem Schnell-Check beleuchten wir die Stärken und Schwächen jeder Generation.
Golf 8 (seit 2020), ab etwa 15.000 Euro
In Sachen Ausstattungsvielfalt, Fahrvermögen, Platzangebot und Komfort spielt der Golf 8 in der oberen Liga der Kompaktklasse mit. Technisch wurde er mit neuen Mild-Hybrid-Benzinern (1.0 und 1.5 eTSI) aufgerüstet, die jedoch oft an teure DSG-Automatikgetriebe gekoppelt sind, was den Preis als Gebrauchtwagen in die Höhe treibt (ab circa 17.000 Euro). Das Angebot umfasst bis zu 200 PS starke Dieselmotoren (Alltrack, GTD), mehrere Plug-in-Hybride mit elektrischen Reichweiten von bis zu 100 Kilometern und einen kräftigen 2.0 TSI ohne GTI-Ornament mit 190 PS. Für Fahrspaß sorgen Modelle wie GTI, GTI Clubsport, Golf R und R Performance mit Leistungen von 245 bis 333 PS. Der E-Golf wurde durch den ID.3 ersetzt.
Schwachstellen: Die Bedienung überzeugte erst mit der Modellpflege im Jahr 2024, die eine deutlich bessere Sprachassistenz, flüssigere Software und einen größeren, hochauflösenden Zentralschirm mit Metallrahmen brachte. Vor-Facelift-Modelle wirken dadurch weniger attraktiv, doch das Facelift ist gebraucht kaum unter 21.000 Euro erhältlich. Die MIB-3-Software des Vor-Facelifts wurde von VW überarbeitet und kann kostenlos aufgespielt werden.
Golf 7 (2012 bis 2021), ab etwa 14.000 Euro
Mit einer Länge von unter 4,30 Metern sind die Abmessungen des Golf 7 vergleichsweise kompakt. Dennoch setzte er sich in Vergleichstests oft durch, dank einer intelligenten Raumausnutzung, die in der Kompaktklasse kaum zu übertreffen ist. Zudem punktet er mit einem leisen und komfortablen Fahrverhalten. Das Infotainmentsystem war zwar nicht das schnellste, erwies sich aber als einfach bedienbar und stabil, besonders im Vergleich zum Nachfolger Golf 8. Das Motorenangebot ist vielfältig und umfasst Erdgas-, Hybrid- und Elektroantriebe.
Schwachstellen: Das ruppige DSG-Getriebe war lange ein Kritikpunkt, wurde aber ab dem Facelift Ende 2016 entspannter. Die Zahnriemen halten über 200.000 Kilometer, sollten jedoch spätestens nach zehn Jahren gewechselt werden. Bei älteren Gebrauchten ist ein Check empfehlenswert.
Golf 6 (2008 bis 2012), ab etwa 5500 Euro
Der Golf 6 brachte gegenüber dem Vorgänger einen deutlichen Komfortgewinn, dank optimiertem Fahrwerk und optionalem Verstelldämpfersystem DCC. Auch die Dämmung und der ergonomische Innenraum wurden verbessert, mit neu gestaltetem Armaturenbrett, Lenkrad und Sitzen.
Schwachstellen: Die labilen Steuerketten im EA111-Motor bleiben ein Problem. Dennoch ist der 1.4 TSI empfehlenswert, wenn die Kette hält – regelmäßige Ölwechsel erhöhen die Chancen. Alternativ bietet sich der 1.6er mit Zahnriemen an. Teure Schwachstellen sind die EA888-Motoren im 1.8 TSI und GTI, wo fehlerhafte Ölabstreifringe zu extremem Ölverbrauch führen können, mit Reparaturkosten von bis zu 3000 Euro.
Golf 5 (2003 bis 2008), ab etwa 3000 Euro
Der rundliche Golf 5 konnte sich optisch nicht bei allen Kunden durchsetzen, was zu enttäuschenden Verkaufszahlen führte. Technisch überzeugte er jedoch mit einer Vierlenkerhinterachse, die Fahrverhalten und Federungskomfort auf ein neues Niveau hob, sowie mit fortschrittlicher Sicherheitstechnik und sparsamen Antrieben.
Schwachstellen: Die TSI-Motoren leiden unter häufig gelängten Steuerketten, ein Problem, das bis heute besteht. Zudem macht sich Rost an den Schwellern bemerkbar. Bei den Dieselmotoren fällt der 2.0 TDI durch unkultivierten Lauf und erhöhten Ölverbrauch auf.
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