Bundeswirtschaftsministerin Reiche beruft Kerosin-Gipfel ein: Warnung vor Alarmismus
Reiche beruft Kerosin-Gipfel ein: Warnung vor Alarmismus

Kerosinversorgung in Deutschland: Reiche lädt zu Krisengesprächen ein

Angesichts der anhaltenden Sorgen um einen möglichen Kerosinmangel in Deutschland hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) für Montag einen Branchengipfel einberufen. Die Ministerin reagiert damit auf die wachsende Besorgnis in der Luftfahrtbranche, die durch den Irankrieg und dessen Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte verursacht wird. In einer offiziellen Stellungnahme am Samstag betonte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums, dass alle relevanten Akteure – darunter Versorger, Flughäfen, Fluggesellschaften und Verbände – zu dem Gespräch eingeladen wurden, das gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium organisiert wird.

Warnungen vor Engpässen und politische Reaktionen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte zuvor in einem Interview mit dem SPIEGEL gefordert, die Kerosinversorgung sicherzustellen, und betont, dass die Warnungen vor einem möglichen Knappheit sehr ernst genommen werden müssten. Klingbeil verwies darauf, dass die Regierung stets die Versorgungssicherheit im Blick behalten müsse. Diese Forderung scheint ein Auslöser für die Einberufung des Gipfels gewesen zu sein, da Reiche offenbar auch auf die Kritik aus dem Finanzministerium reagieren wollte.

In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kündigte Reiche Gegenmaßnahmen für den Fall eines tatsächlichen Kerosinmangels an, warnte jedoch zugleich vor überzogenem Alarmismus. „Alarmismus bei Kerosin hilft nicht“, erklärte die CDU-Politikerin. Sie wies darauf hin, dass die Versorgungslage in den verschiedenen internationalen Märkten derzeit unterschiedlich sei und betonte, dass es aktuell keinen Mangel an Kerosin in Deutschland gebe. Deutschland produziere den Treibstoff auch in eigenen Raffinerien und sei nicht ausschließlich von Importen abhängig.

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Internationale Warnungen und strategische Reserven

Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hatte kürzlich gewarnt, dass in Europa bereits im Mai Flugzeugbenzin knapp werden könnte. Der Mineralölwirtschaftsverband Fuels und Energie erklärte hingegen, dass es aktuell keine Versorgungsengpässe gebe, die Lage müsse aber permanent neu bewertet werden. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums unterstrich, dass das Ressort im engen und ständigen Austausch mit den Branchenakteuren stehe, um mögliche Auswirkungen auf die Luftfahrt in Deutschland zu beobachten und zielgerichtete Gegenmaßnahmen schnell zu ergreifen, falls nötig.

Deutschland hat bereits aus seinen strategischen Reserven neben Rohöl und Diesel 50.000 Tonnen Jet-Treibstoff freigegeben. Die Sprecherin betonte, dass weitere Maßnahmen ergriffen würden, sobald eine physische Versorgungsknappheit mit Jet-Treibstoff auch Europa treffe. Das Wirtschaftsministerium stehe zudem im Gespräch mit anderen Ressorts, um eine koordinierte Reaktion sicherzustellen.

Die Einladung zum Branchengipfel unterstreicht die Dringlichkeit der Lage, während Reiche weiterhin zur Besonnenheit aufruft. Die Luftfahrtbranche bleibt jedoch in Sorge, da die Folgen des Irankriegs die globalen Lieferketten weiterhin belasten könnten.

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