Wärmewende in Thüringen: Nur zehn Kommunen haben Planung abgeschlossen
Wärmewende in Thüringen: Zehn Kommunen fertig

Die Wärmewende stellt Thüringens Kommunen vor immense Herausforderungen. Während einige Städte wie Eisenach, Meiningen und Jena bereits Vorreiter sind, haben die meisten Gemeinden ihre Planungen noch nicht abgeschlossen. Auf einer Wärmetagung in Erfurt mit rund 240 Teilnehmern gab Energie-Staatssekretärin Karin Arndt einen Überblick über den Stand der Dinge.

Wärmeplanung: Bestandsaufnahme und Ausbau

Die Wärmeplanung umfasst eine Bestandsaufnahme der aktuellen Versorgung und konkrete Schritte zur Umstellung auf erneuerbare Energien. Ziel ist es, Wohnungen, Büros und die Wirtschaft nachhaltig mit Wärme zu versorgen. Thüringen verfügt bereits über ein vergleichsweise gut ausgebautes Fernwärmenetz, doch die Wärmeerzeugung basiert noch zu 97 Prozent auf fossilen Brennstoffen.

Herausforderungen und Investitionen

Bis 2045 soll die Umstellung vollzogen sein. Laut Arndt ist dies eine enorme Herausforderung, denn etwa die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs und ein beträchtlicher Teil der CO2-Emissionen entfallen auf die Wärmeerzeugung. Fachleute schätzen den Investitionsbedarf auf rund 17 Milliarden Euro – mehr als der jährliche Landeshaushalt von etwa 14 Milliarden Euro.

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Die Landesregierung prüft derzeit neue, kreditbasierte Finanzierungsinstrumente. „Ohne erfolgreiche Wärmewende wird die Energiewende nicht funktionieren“, betonte Arndt. Große Projekte wie die Tiefengeothermie in Erfurt oder das Flussthermie-Kraftwerk in Jena stehen noch vor finanziellen Hürden. Der Chef der Stadtwerke Erfurt, Peter Zaiß, forderte beschleunigte Verfahren: „Wer Investitionen will, muss die Verfahren beschleunigen.“

Unterstützung für Kommunen

Wegen einer Stichtagsregelung müssen in diesem Jahr 38 Thüringer Kommunen ihre Wärmeplanung abschließen. Die meisten Städte und Gemeinden haben jedoch Zeit bis 2028. Das Land unterstützt sie finanziell: Insgesamt stehen 50 Millionen Euro bereit, jede Gemeinde erhält automatisch Geld, um Fachleute zu beauftragen. Im Doppelhaushalt 2026/27 sind dafür jährlich knapp elf Millionen Euro vorgesehen.

Die Wärmewende bleibt eine Mammutaufgabe, doch die ersten Kommunen zeigen, dass der Wandel machbar ist – wenn die Finanzierung und die Verfahren stimmen.

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