Iran-Krieg treibt Inflation auf Höchststand: Energiepreise explodieren um 7,2 Prozent
Iran-Krieg treibt Inflation auf Höchststand seit 2024

Iran-Konflikt löst Inflationsschock in Deutschland aus

Der eskalierende Krieg im Nahen Osten hat die deutsche Inflation auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren getrieben. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes kletterte die Inflationsrate im März auf 2,7 Prozent – der höchste Wert seit Januar 2024, als 2,9 Prozent gemessen wurden. Noch im Februar lag die Teuerungsrate bei moderaten 1,9 Prozent, doch der Iran-Konflikt mit seinem massiven Ölpreisschock hat diese Entwicklung abrupt beendet.

Energiepreise als Haupttreiber der Teuerung

Besonders dramatisch zeigt sich die Situation im Energiesektor: Die Preise für Energie stiegen im März um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies markiert den ersten Anstieg in diesem Bereich seit Dezember 2023. Parallel dazu verteuerten sich Dienstleistungen, zu denen Restaurantbesuche und Reisen zählen, um 3,2 Prozent. Lebensmittel wurden um 0,9 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Gemessen am Vormonat Februar stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 1,1 Prozent.

Der Iran hat die strategisch wichtige Straße von Hormus faktisch geschlossen, über die etwa ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs transportiert wird. Infolgedessen hält sich der Preis für ein Fass Brent-Rohöl hartnäckig über der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Diese Entwicklung trifft deutsche Verbraucher unmittelbar an den Tankstellen, wo Preise von mehr als zwei Euro je Liter Benzin oder Diesel zu zahlen sind. Auch Gas und Strom haben sich für Neukunden deutlich verteuert.

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Warnungen vor weiterer Preiseskalation

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnt: „Der Anstieg der Inflation im März ist erst der Anfang. Die höheren Energiekosten werden sich in den kommenden Monaten durch die Wertschöpfungsketten fressen, sofern der Krieg nicht rasch endet.“ Diese Einschätzung teilen zahlreiche Wirtschaftsexperten, die ursprünglich für dieses Jahr mit einer Inflation knapp über der Zwei-Prozent-Marke gerechnet hatten.

Die Deutsche Bank erwartet mittlerweile, dass die Inflation im Jahresschnitt auf 2,7 Prozent klettern wird. Noch pessimistischer äußert sich die Bundesbank, die vor kurzem warnte, die Inflationsrate dürfte „in nächster Zeit deutlich in Richtung 3 Prozent ansteigen“. Eine langanhaltende Sperrung der Straße von Hormus könne die Energieversorgung nachhaltig belasten und die Inflationsrate über einen längeren Zeitraum deutlich erhöhen.

Breitenwirkung in der gesamten Wirtschaft befürchtet

Ökonomen sehen die Gefahr, dass sich der Energiepreisschock in der Breite der deutschen Wirtschaft niederschlägt. Steigende Produktions- und Transportkosten könnten die Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen weiter in die Höhe treiben. Auch am Bau werden Kostensteigerungen erwartet, während gestiegene Düngemittelpreise die Landwirte zusätzlich belasten.

Diese Befürchtungen werden durch aktuelle Unternehmensdaten gestützt: Wegen des Iran-Kriegs wollen deutlich mehr Unternehmen in Deutschland ihre Preise erhöhen. Der entsprechende Indikator des Münchner Ifo-Instituts stieg um fünf Punkte auf den höchsten Wert seit März 2023. Ifo-Experte Klaus Wohlrabe bestätigt: „Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu. Die Unternehmen geben steigende Kosten zunehmend weiter.“

Verbraucher sorgen sich vor neuer Preiswelle

Bei den Verbrauchern schürt der Iran-Krieg die Sorge vor einer neuen Preiswelle. Neun von zehn Menschen in Deutschland rechnen mit steigenden Lebenshaltungskosten in den kommenden Monaten, wie eine repräsentative Yougov-Umfrage im Auftrag der Postbank zuletzt zeigte. Die Erinnerungen an die Preiswelle während des Ukraine-Krieges 2022 sind noch frisch: Damals hatte die Energiekrise für einen massiven Preisschub gesorgt, der die Inflation 2022 auf 6,9 Prozent und 2023 auf 5,9 Prozent trieb.

Diese Entwicklung kostete die Verbraucher über Jahre hinweg Kaufkraft, da sich viele Preise dauerhaft erhöhten. Besonders deutlich zeigt sich dies bei Lebensmitteln: Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung haben sich diese zwischen 2021 und 2025 um fast ein Drittel (32 Prozent) verteuert. Die aktuelle Entwicklung droht diese Negativspirale weiter zu beschleunigen und die wirtschaftliche Erholung Deutschlands zu gefährden.

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