Ab dem 1. Mai sollen die Spritpreise an deutschen Tankstellen sinken. Grund ist der Tankrabatt, den der Bundestag am vergangenen Freitag (24. April) beschlossen hat. Millionen Autofahrer, Berufspendler, Familien, Speditionen, Landwirte, Handwerker und ambulante Pflegedienste sollen entlastet werden. Die schwarz-rote Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD will mit dieser Maßnahme die finanziellen Folgen des Iran-Kriegs für die Verbraucher abmildern.
Wie stark sinken die Spritpreise?
Konkret sinken die Energiesteuern auf Diesel und Benzin um 14,04 Cent je Liter. Da auf die wegfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich eine gesamte Steuerreduzierung von 16,70 Cent pro Liter. Die neue Regelung soll bis Ende Juni gelten. Doch wie viel die Spritpreise tatsächlich fallen, war am Montagabend (27. April) noch offen.
Ein Haken beim Tankrabatt
Die Energiesteuer wird bereits fällig, wenn Benzin und Diesel die Raffinerien oder die Großtanklager verlassen – und das könnte noch vor dem 1. Mai geschehen sein. Das bedeutet: Sprit, der am Freitagmorgen getankt wird, ist möglicherweise noch mit der höheren Steuer belastet. Tankstellenbetreiber könnten die höheren Steuern dann erneut auf die Verbraucher umlegen. Laut dpa lässt sich nicht genau vorhersagen, ab wann die Preise sinken – ob um Mitternacht, in den frühen Morgenstunden oder erst im Laufe des Tages.
Kritik an der 12-Uhr-Regel
Die neue Regel soll echte Entlastungen bringen, nachdem die sogenannte 12-Uhr-Regel für heftige Kritik gesorgt hatte. Forscher des ZEW Mannheim (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) erklärten, dass die Gewinnmarge bei Super-Benzin in den ersten zwei Wochen nach Einführung der 12-Uhr-Regel im Schnitt um 6 Cent pro Liter höher lag als in den zwei Wochen davor. Die Öl-Konzerne verdienten durch die erste Sprit-Maßnahme der Koalition folglich noch mehr als ohnehin schon.



