Teilzeit-Falle: Bis zu 200.000 Euro weniger für die Rente durch Familienpause
Teilzeit kostet bis zu 200.000 Euro Rente

Teilzeit als Rentenfalle: Bis zu 200.000 Euro weniger im Alter

Die Zahlen sind alarmierend für Millionen Familien in Deutschland. Wer aufgrund von Kindererziehung oder familiären Verpflichtungen zehn Jahre lang in Teilzeit arbeitet, riskiert einen massiven Verlust beim Vermögensaufbau für das Alter. Laut einer aktuellen Modellrechnung des Vergleichsportals Verivox können bis zu 200.000 Euro an Rentenvermögen verloren gehen. Besonders hart trifft diese Entwicklung vor allem Mütter, die häufig die Hauptlast der Familienarbeit tragen.

Das erschreckende Rechenbeispiel

Die Studie verdeutlicht die dramatischen finanziellen Konsequenzen von Teilzeitarbeit. Ein durchgängiger Vollzeitbeschäftigter, der ab dem 30. Lebensjahr bis zur Rente mit 67 Jahren monatlich 300 Euro in einen ETF-Sparplan investiert, kann am Ende ein Depot von rund 730.000 Euro aufbauen. Dabei stammen lediglich 133.200 Euro aus den eigenen Einzahlungen – der überwiegende Teil entsteht durch langfristige Renditen. Bei einer durchschnittlichen jährlichen Verzinsung von sieben bis acht Prozent sind solche Summen durchaus realistisch.

Ganz anders sieht die Situation bei zehn Jahren Teilzeit aus: Wer zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr nur halbtags arbeitet und deshalb monatlich lediglich 150 Euro sparen kann, kommt bis zur Rente auf etwa 529.200 Euro. Das bedeutet einen Verlust von mehr als 200.000 Euro gegenüber der Vollzeitvariante. Selbstverständlich können nicht alle Familien monatlich 300 Euro zurücklegen, doch die Rechnung macht die enorme Diskrepanz deutlich.

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Der Zinseszinseffekt als entscheidender Faktor

Der eigentliche Verlust entsteht nicht nur durch die geringeren monatlichen Einzahlungen. Noch schwerer wiegt, dass das gesparte Geld in den ersten Jahren viel weniger Zeit hat, über Jahrzehnte hinweg Zinsen und Renditen zu generieren. Der Zinseszinseffekt, der bei langfristigen Anlagen eine zentrale Rolle spielt, kommt bei Teilzeitphasen deutlich weniger zum Tragen.

Schon eine moderate Reduzierung der Arbeitszeit hat massive Auswirkungen. Wer zehn Jahre lang in einer 75-Prozent-Stelle arbeitet, hat bis zum Ruhestand immer noch rund 100.400 Euro weniger im Depot als eine Vollzeitkraft. Ein enormer Unterschied, der allein durch wenige Stunden weniger pro Woche entsteht.

Frauen tragen die Hauptlast

Besonders Frauen sind von der Teilzeitfalle betroffen. Laut Statistischem Bundesamt arbeitet fast jede zweite Frau (49 Prozent) in Teilzeit – bei Männern ist es nur jeder Achte (12 Prozent). „Die finanziellen Folgen von Teilzeitphasen werden noch immer häufig unterschätzt“, warnt Verivox-Finanzexpertin Melanie Ulbrich. Sie empfiehlt Paaren, bei denen Teilzeitarbeit unvermeidbar ist, einen finanziellen Ausgleich für den benachteiligten Partner zu vereinbaren, um zumindest einen Teil der entstehenden Versorgungslücke zu schließen.

Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit einer frühzeitigen und umfassenden Altersvorsorgeplanung, insbesondere für Familien mit Kindern. Ohne entsprechende Vorkehrungen drohen vielen Menschen, vor allem Frauen, erhebliche Einbußen bei der Rentenversorgung.

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