Venedig führt wieder Eintrittsgebühr für Tagestouristen ein
Mit Beginn der Osterfeiertage hat für Venedig die Hauptsaison begonnen – und damit auch die Pflicht zur Zahlung einer Eintrittsgebühr für Tagestouristen. Nachdem die Lagunenstadt in den ersten Monaten des Jahres noch kostenlos zugänglich war, müssen Kurzbesucher ab sofort wieder zur Kasse greifen. Die Regelung, die ursprünglich als Testphase deklariert wurde, geht damit bereits in ihre dritte Saison.
Details zur Gebührenregelung
Die Eintrittsgebühr beträgt zehn Euro pro Tag und ist an insgesamt 60 Terminen bis zum 26. Juli fällig. Ein Tipp für Sparfüchse: Wer mindestens drei Tage im Voraus bucht, kommt mit einem ermäßigten Preis von fünf Euro davon. Die Gebühr ist für alle Tagesgäste obligatorisch, auch wenn sie sich nur für wenige Stunden in den berühmten Gassen rund um den Markusplatz und die Rialtobrücke aufhalten. Ab dem 26. Juli ist der Besuch dann wieder ohne zusätzliche Kosten möglich.
Übernachtungsgäste bleiben von der Eintrittsgebühr ausgenommen, müssen jedoch wie bisher für jede Nacht eine Kurtaxe entrichten. Im Vergleich zu anderen Freizeitaktivitäten, wie einem Tag im Skigebiet oder einem großen Freizeitpark, ist der Preis für einen Venedig-Besuch dennoch relativ erschwinglich.
Hintergrund und Kritik
Die weltweit einmalige Gebühr, auf Italienisch contributo di accesso genannt, soll dazu beitragen, den Massentourismus in der von Kanälen und Palästen geprägten Stadt besser zu steuern. Im vergangenen Jahr registrierten sich über 720.000 Tagesbesucher, was der Stadt Einnahmen in Höhe von etwa 5,4 Millionen Euro brachte. Allerdings gibt es weiterhin Probleme mit Schummlern, die sich um die Zahlung drücken, da die Kontrollen bislang nicht allzu streng sind.
Kritiker bemängeln, dass die Gebühr kaum abschreckend wirkt, da Venedig ohnehin eine teure Destination ist. Zudem leben im historischen Zentrum heute nur noch annähernd 50.000 Menschen – weniger, als die Stadt Hotelbetten hat. Dies unterstreicht die Herausforderungen, die der Massentourismus für die einheimische Bevölkerung mit sich bringt.
Die Gebührenregelung wurde zunächst an 29 Tagen im ersten Jahr getestet, dann auf 54 Tage ausgeweitet und bleibt in diesem Jahr preislich unverändert. Sie stellt einen kontroversen, aber zunehmend etablierten Ansatz dar, um die Besucherströme in einer der meistbesuchten Städte der Welt zu managen.



