Beliebter Imbiss in Wittenberge schließt nach über zehn Jahren: „Das lohnt sich nicht mehr“
Imbiss in Wittenberge schließt nach über zehn Jahren

Beliebter Imbiss in Wittenberge schließt nach über zehn Jahren: „Das lohnt sich nicht mehr“

Ein Stück Wittenberger Gastronomiegeschichte geht zu Ende: Das beliebte Burger House in der Friedrich-Engels-Straße schließt nach fast zwölf Betriebsjahren endgültig seine Türen. Inhaber Mohamad El Jalil bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass der Imbissbetrieb zum 30. Mai 2026 eingestellt wird. Die Entscheidung fiel dem Betreiber sichtlich schwer, doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ließen keine andere Wahl.

Traurige Kunden und wirtschaftliche Realitäten

Nach der Bekanntgabe der Schließung auf Facebook häuften sich die bedauernden Kommentare treuer Stammgäste. „Für uns wart ihr die Besten in Wittenberge“, schrieb etwa Jasmin Voigt, während Michael Klee bedauerte: „War immer meine erste Anlaufstelle, wenn ich in Wittenberge auf Lehrgang war.“ Doch hinter den emotionalen Reaktionen verbirgt sich eine harte wirtschaftliche Wahrheit.

„Die Ware wird immer teurer, und die Ausgaben sind fast so hoch wie die Einnahmen“, erklärt El Jalil die schwierige Situation. „Das lohnt sich nicht mehr. Diese Entwicklung geht nun schon fast zwei Jahre so, in der letzten Zeit sind die Kosten immer weiter gestiegen. Das macht keinen Spaß mehr.“ Besonders die gestiegenen Preise für Lebensmittel und Sprit sowie die steuerliche Belastung hätten die Rentabilität des Betriebs zunehmend untergraben.

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Acht Mitarbeiter betroffen und ungewisse Zukunft

Die Schließung hat konkrete personelle Konsequenzen: Acht Mitarbeiter werden voraussichtlich ihre Arbeitsplätze verlieren. „Das ist traurig“, bedauert El Jalil diese Entwicklung, doch sein Entschluss steht fest. Interessant ist auch die Zukunft der Ladenfläche: „Das ist mein Haus, das bleibt leer“, erklärt der Eigentümer entschieden. „Ich werde den Laden nicht vermieten, denn ich möchte keine fremden Leute in meinem Haus haben.“

Dennoch gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Zukunft. El Jalil lässt die Möglichkeit offen, dass er unter veränderten Rahmenbedingungen vielleicht wieder eröffnen könnte – eventuell sogar zur Landesgartenschau 2027. „Wenn irgendwann wieder alles in Ordnung ist, mache ich vielleicht wieder auf. Aber erst mal werde ich mich ausruhen.“

Veränderte gastronomische Landschaft in Wittenberge

Die Entwicklung des Burger House spiegelt auch den Wandel der Wittenberger Gastronomieszene wider. Bevor El Jalil vor etwa zwölf Jahren das Burger House eröffnete, betrieb er bereits Döner-Imbisse am Bahnhof und in der Schillerstraße. Heute sieht er eine überfüllte Marktsituation: „Wer Döner verkauft, hat oft auch Pizza und Hamburger. An jeder Ecke gibt es solche Läden. Dafür ist die Stadt zu klein.“

Gleichzeitig zeigt sich, dass andere gastronomische Konzepte durchaus Chancen haben. Erst kürzlich eröffnete in der Bahnstraße unterhalb des Sterns mit „Smash & Crunch“ ein neues Burgerrestaurant mit amerikanischem Konzept. Auf der Speisekarte finden sich neben klassischen Rindfleisch- und Chickenburgern auch vielfältige Pommes-Varianten wie Süßkartoffel-Pommes oder „Loaded Fries“ mit Rindfleisch. Ergänzt wird das Angebot durch Wraps, Bowls und Tenders.

Die Schließung des Burger House markiert somit nicht nur das Ende einer Ära für viele Wittenberger, sondern wirft auch Fragen zur Zukunft der Gastronomie in kleineren Städten unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen auf.

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