Spee aus Genthin: Vom DDR-Waschmittel zur gesamtdeutschen Kultmarke
Spee: Vom DDR-Waschmittel zur Kultmarke

Spee aus Genthin: Vom DDR-Waschmittel zur gesamtdeutschen Kultmarke

Von Florian Zellmer. Aktualisiert: 31. März 2026, 15:37 Uhr.

Eine bemerkenswerte Entwicklung hat das Waschmittel Spee aus Genthin durchlaufen: Vom einfachen Alltagsprodukt der DDR zu einer der bekanntesten Marken in ganz Deutschland. Die Geschichte dieser Kultmarke zeigt, wie ein ostdeutsches Produkt die Wiedervereinigung überstand und bis heute erfolgreich ist.

Die Anfänge in der DDR

Die Marke Spee wurde 1968 im damaligen VEB Waschmittelwerk Genthin in der DDR erfunden. Der Name setzt sich als Abkürzung aus SPEzial-Entwicklung zusammen. Als Vollwaschmittel konzipiert, erzielte Spee schnell beachtlichen Erfolg: Bereits kurz nach der Einführung erreichte es einen Marktanteil von etwa 80 Prozent in der DDR. Damit überholte es das zuvor dominierende Milwa und wurde zur meistverkauften Waschmittelmarke im Osten Deutschlands.

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Spee zeichnete sich besonders durch seine gute Waschleistung auch bei niedrigen Temperaturen und geringe Schaumentwicklung aus. Diese Eigenschaften waren gerade für synthetische Gewebe und moderne Waschmaschinen von großer Bedeutung.

Weiterentwicklung vor der Wende

In den 1970er und 1980er Jahren wurde Spee kontinuierlich weiterentwickelt und das Sortiment ausgebaut. 1973 folgte die Einführung von Spee gekörnt, in den folgenden Jahren kamen Varianten wie Spee Syntex, Spee Intensiv oder Spee Color hinzu. Diese unterschiedlichen Produkte sollten verschiedene Waschbedürfnisse abdecken und machten die Marke in Haushalten vielfältig einsetzbar. Damit festigte sich der Ruf von Spee als zuverlässiges Waschmittel für verschiedene Textilien und Waschbedingungen.

Neustart nach der Wiedervereinigung

Nach der deutschen Wiedervereinigung erwarb die Henkel KGaA im November 1990 das Waschmittelwerk Genthin von der Treuhandanstalt. Henkel brachte Spee und Spee Color mit einer phosphatfreien Rezeptur auf den gesamtdeutschen Markt – damals ein wichtiger Schritt, um aktuellen ökologischen Auflagen gerecht zu werden.

Mit dem vom Spee-Fuchs gesprochenen Slogan "Die schlaue Art zu waschen" wurde die Marke in den 1990er-Jahren auch im Westen Deutschlands bekannt. Henkel nutzte das Potenzial von Spee und führte neue Varianten ein, um sie auf dem gesamtdeutschen Markt zu positionieren:

  • Spee Megaperls (1996) – kompakte Waschperlen mit hoher Waschleistung, die geringere Dosierung erlauben und den Verbrauch reduzieren sollen
  • Spee Tabs (1999) – vordosierte Waschmittel-Tabletten
  • Spee Gel (2000) – flüssige Variante des Klassikers

Damit wurde Spee nicht nur im Osten, sondern auch im Westen Deutschlands zu einer bekannten Preiseinstiegs- und Alltagsmarke im Waschmittelsegment.

Produktvielfalt und Innovationen

Im Laufe der 2000er und 2010er Jahre wurde das Produktsortiment weiter ausgebaut, um aktuelle Verbraucherbedürfnisse zu bedienen:

  1. Spee Sensitive Gel mit hautfreundlicher Formulierung
  2. Spee Black für dunkle Wäsche
  3. Spee 2in1 kombiniert Waschmittel und Weichspüler
  4. Spee Aktiv Gel Nature mit pflanzenbasierten Inhaltsstoffen
  5. Spee Power Caps – vordosierte Kapseln mit biologisch abbaubarer Hülle und hoher Reinigungskraft

Heute bietet Spee sowohl Pulver- als auch Flüssigwaschmittel in verschiedenen Varianten für Universal-, Color- oder Spezialanforderungen. Laut Aussage des Unternehmens versucht Spee durch kontinuierliche Produktinnovation relevant zu bleiben.

Produktion und Standortgeschichte

Trotz der DDR-Wurzeln wird Spee heute nicht mehr in Genthin, sondern in Düsseldorf von Henkel produziert. Dieser Standortwechsel erfolgte nach der Wende schrittweise, als alle Produktionsanlagen aus Genthin zurückgezogen wurden. Das ehemalige Werk in Genthin wurde anschließend von der Hansa Group übernommen, während Marke und mögliche weitere Entwicklungen bei Henkel liegen, das Spee weiter als starke Marke im Waschmittelmarkt führt.

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Spee heute: Ein Klassiker mit Zukunft

Spee wird heute von Verbrauchern nicht nur als nostalgischer Ost-Name wahrgenommen. Nach wie vor gilt es als preiswertes Markenwaschmittel mit breitem Sortiment, das sich auf dem deutschen und europäischen Markt behauptet hat. Die Marke setzt auf eine überschaubare Produktvielfalt und simple, umweltfreundliche Rezepturen, die den heutigen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Waschleistung entsprechen. Von der DDR-Erfindung zur gesamtdeutschen Kultmarke – die Geschichte von Spee zeigt eindrucksvoll, wie ein Produkt aus dem Osten Deutschlands die Wiedervereinigung überstand und bis heute erfolgreich ist.