Bafög-Reform: Warum die Studienfinanzierung ein Imageproblem hat
Bafög: Warum die Studienfinanzierung unattraktiv ist

Das Bafög: Ein Förderinstrument mit schlechtem Ruf

Das Image der staatlichen Studienfinanzierung, besser bekannt als Bafög, ist alles andere als glanzvoll. Diese Einschätzung teilen Politiker:innen, Studierendenwerke und vor allem die Studierenden selbst. Die Kritik ist nicht neu, doch sie gewinnt an Schärfe, während die Zahl der Geförderten weiter sinkt.

Ein "Galgenmännchenwort" sucht neue Attraktivität

Forschungsministerin Dorothee Bär versuchte im vergangenen Jahr, dem Bafög einen neuen Anstrich zu verpassen. Ihr Vorschlag: eine Namensänderung. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz sei ein "Galgenmännchenwort", das nicht "total sexy" klinge. Die Ministerin hat recht – der Name ist sperrig und wenig einladend.

Doch was wäre wirklich "total sexy" für Studierende?

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  • Eine zuverlässige und pünktliche Bezahlung der Förderleistungen
  • Weniger Bürokratie bei den oft komplizierten Antragsverfahren
  • Eine Ausweitung des Anspruchskreises, damit wieder mehr Studierende gefördert werden
  • Angemessene Fördersätze, von denen man tatsächlich leben und wohnen kann

Expert:innen haben konkrete Lösungsvorschläge

Unter Studierendenvertreter:innen, Bildungsexpert:innen und in der Politik kursieren zahlreiche Ideen zur Verbesserung des Bafög. Die gute Nachricht: Einige dieser Vorschläge ließen sich überraschend unkompliziert umsetzen. Die schlechte Nachricht: Es fehlt bisher am politischen Willen für durchgreifende Veränderungen.

Besonders enttäuschend ist das Schicksal der im Koalitionsvertrag versprochenen großen Bafög-Reform. Forschungsministerin Bär hatte diese Reform im vergangenen Jahr angekündigt, doch aktuell droht sie an offenen Finanzierungsfragen zu scheitern. Die Reform könnte verschleppt werden – dabei wäre eine zeitnahe Einigung genau das "sexy"-Update, das das Bafög dringend benötigt.

Das Paradox: Ein guter Deal, den kaum jemand nutzt

Eigentlich bietet das Bafög sehr gute Konditionen. Die staatliche Förderung ist zum Großteil ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Nur der Darlehensanteil muss später zurückgeflossen werden – und das zu äußerst günstigen Konditionen. Trotzdem beziehen immer weniger Studierende diese Förderung.

Die Gründe sind vielfältig: Zu komplizierte Antragsverfahren schrecken ab, die Einkommensgrenzen sind zu niedrig angesetzt, und die Fördersätze entsprechen nicht mehr den realen Lebenshaltungskosten in vielen Universitätsstädten. Dabei wäre eine gut funktionierende Studienfinanzierung essentiell für Chancengerechtigkeit im Bildungssystem.

Die Diskussion um das Bafög zeigt: Es geht nicht nur um einen neuen Namen oder oberflächliche Veränderungen. Es braucht substanzielle Reformen, die die Förderung wieder zu einem attraktiven Instrument für alle Studierenden machen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft.

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