Jugend forscht MV: Schüler revolutionieren mit Drohnen und KI die Zukunft
Jugend forscht MV: Schüler revolutionieren mit Drohnen und KI

Jugend forscht MV: Schüler revolutionieren mit Drohnen und KI die Zukunft

Die Rostocker Stadthalle verwandelte sich an zwei Tagen in ein pulsierendes Zukunftslabor, als der 36. Landeswettbewerb „Jugend forscht“ gemeinsam mit „Jugend forscht junior“ am 24. und 25. März stattfand. Unter dem Motto „Maximale Perspektiven“ präsentierten 85 talentierte Schülerinnen und Schüler aus ganz Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 44 beeindruckende Forschungsprojekte, die von mathematischen Kompositionen bis hin zu revolutionären Technologien für den Alltag reichten.

Fünf Nachwuchsforscher qualifizieren sich für Bundesebene

Von den 48 Teilnehmern im Hauptwettbewerb, die in sieben Fachbereichen von Technik über Mathematik bis zur Arbeitswelt antraten, schafften fünf junge Männer die Qualifikation für den Bundeswettbewerb Ende Mai in Herzogenaurach. Weitere 37 Schüler beteiligten sich in der Juniorsparte „Schüler experimentieren“, wo der Wettbewerb nach Landesebene endet.

Wettbewerbsleiter Heiko Gallert zeigte sich begeistert: „Die jungen Forscher demonstrieren eindrucksvoll, dass sie die Welt von morgen nicht nur verstehen, sondern bereits aktiv mitgestalten wollen. Es ist ein faszinierendes Erlebnis, diese verschiedenen Projekte zu erkunden und zu sehen, womit sich die Jugendlichen heute beschäftigen. Und das macht Mut – auch mir persönlich.“

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Innovative Projekte mit praktischem Nutzen

Zu den herausragenden Projekten gehörte ein autonomes Modellflugzeug der Rostocker Schüler Georg Prudlo und Felix Kröger (beide 17) vom Innerstädtischen Gymnasium. Ihr sogenanntes VTOL-Modell mit LiDAR-Sensorik und KI-gestützter Objekterkennung startet senkrecht, kann etwa ein Kilogramm tragen und soll Hindernissen eigenständig ausweichen können.

„Wir wollen eine alternative Möglichkeit zur Post- oder Medikamentenzustellung auf dem Land erproben“, erklärt Felix Kröger das ambitionierte Ziel. Erste Testflüge verliefen nach Angaben der Entwickler bereits erfolgreich.

Ebenfalls für den Bundeswettbewerb qualifizierten sich Alexander Mahnel (16) und Täve Vieth (17) vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wismar mit einem KI-basierten System zur Personenzählung. Das Besondere: Die Datenverarbeitung erfolgt vollständig auf dem Gerät, Bilddaten werden nicht gespeichert – was die DSGVO-Konformität gewährleistet.

„Unser System ist auf älteren Geräten nutzbar, erfordert wenig Arbeitsspeicher und ist nicht nur günstiger, sondern auch genauer als die meisten handelsüblichen Lösungen“, erläutert Alexander Mahnel. Täve Vieth ergänzt: „Wir wollen konkret den Menschen hier in MV helfen – etwa beim Brandschutz oder bei Besucherstromanalysen für Veranstaltungen und Supermärkte, ganz ohne teure Neuanschaffungen.“

Mathematik für mehr Datensicherheit

Der Rostocker Student Sebastian Riemann (19) erhielt ebenfalls eine Einladung zum Bundeswettbewerb für seine Untersuchung „nicht linearer Permutationen für kryptografische Anwendungen“. Er entwickelte eine Methode zur Konstruktion solcher Funktionen in beliebigen Dimensionen, die nach seinen Angaben die Sicherheit digitaler Daten signifikant verbessern könnte.

Bereits die jüngsten Teilnehmer zeigten bemerkenswerte Projekte: Der zehnjährige Marlon Skusa aus Rostock experimentierte mit Mathematik und Musik, indem er erforschte, wie Kompositionen auf Basis mathematischer Folgen wie der Fibonacci-Folge wirken.

Starke Unterstützung aus der Region

Der Wettbewerb wird seit Jahren von den Patenunternehmen Stadtwerken Rostock und Wemag gesponsert. „Ohne diese Unterstützung wäre die Veranstaltung in dieser Form nicht möglich“, betont Heiko Gallert.

Besonders aktiv zeigte sich der Rostocker Verein MikroMint mit seinen Schülerlaboren in ganz Mecklenburg-Vorpommern: Allein 22 der 44 präsentierten Projekte stammten aus Einrichtungen des Vereins, was die wichtige Rolle außerschulischer Bildungsangebote unterstreicht.

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Die Vielfalt der Projekte reichte von forensischen Untersuchungen mikroskopierter Tierhaare durch junge Forscherinnen mit dem stolzen Motto „Die Pfefferkörner waren gestern, jetzt kommen wir!“ bis hin zu komplexen technologischen Lösungen für reale Herausforderungen in der Region. Die Veranstaltung demonstrierte eindrucksvoll, wie der wissenschaftliche Nachwuchs in Mecklenburg-Vorpommern bereits heute an der Zukunft arbeitet – und dabei konkrete Probleme von der medizinischen Versorgung auf dem Land bis zur Datensicherheit innovativ angeht.