Britischer Gesundheitsminister Streeting fordert Premier Starmer heraus
Streeting fordert Starmer heraus

In Großbritannien gerät Premierminister Keir Starmer zunehmend unter Druck. Sein eigener Gesundheitsminister Wes Streeting gilt seit Tagen als möglicher Rivale – nun droht eine offene Machtprobe. Laut einem Bericht der Times bereitet Streeting seinen Rücktritt aus dem Kabinett vor, um noch diese Woche eine Kampagne um den Vorsitz der Labour-Partei zu starten.

Streeting plant offenbar Rücktritt

Streeting habe Vertrauten mitgeteilt, er werde „es versuchen“, berichtet die Times. Damit ist eine Kandidatur gegen Starmer gemeint. Der Gesundheitsminister wolle sein Amt niederlegen und Starmer dann formell um den Parteivorsitz herausfordern. Auch der Guardian und andere britische Medien bestätigen diese Pläne. Der Parteivorsitz ist in Großbritannien von zentraler Bedeutung: Der Vorsitzende der Regierungspartei wird in der Regel Premierminister. Verliert ein Premier den Parteivorsitz, verliert er auch seine Machtbasis im Unterhaus.

Kurzes Treffen mit Starmer

Streeting traf Starmer am Mittwochmorgen vor der feierlichen Parlamentseröffnung. Das Gespräch dauerte nur 16 Minuten. Laut Times ging es um die Krise in der Labour-Partei und den wachsenden Druck auf den Premier. Wenig später verlas König Charles III. im Oberhaus die Regierungserklärung mit den Gesetzesplänen für die neue Sitzungsperiode. In Streetings Umfeld laufen bereits Vorbereitungen für eine Kandidatur, einschließlich Gesprächen über die Gewinnung von Abgeordneten als Unterstützer.

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Sprecher dementiert nicht

Ein Sprecher Streetings spielte die Berichte herunter: „Wes ist Gesundheitsminister, er ist stolz auf seine Bilanz mit sinkenden Wartelisten und einem sich erholenden NHS.“ Streeting plane nicht, nach dem Treffen mit Starmer etwas zu sagen, das von der Parlamentseröffnung ablenken könne. Kurz nach der Rede von Charles äußerte sich Streeting auf X zur Reform des NHS: „Viel erreicht, aber noch viel zu tun.“

Premierminister Starmers Sprecher betonte derweil, Starmer habe volles Vertrauen in seinen Gesundheitsminister. Auf die Frage, ob Streeting bei dem kurzen Treffen seinen Rücktritt angekündigt habe, antwortete der Sprecher ausweichend: „Ich werde nicht auf den Inhalt interner Besprechungen eingehen, aber der Premierminister hat volles Vertrauen in den Gesundheitsminister.“

Weitere Kandidaten im Gespräch

Als weiterer möglicher Nachfolger Starmers wird in Westminster häufig Andy Burnham genannt, der Bürgermeister von Greater Manchester. Burnham sitzt jedoch nicht im Unterhaus; für eine Kandidatur müsste er zunächst ins Parlament zurückkehren, was in der Partei als schwierig gilt. Um Starmer offiziell herauszufordern, müsste Streeting die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten gewinnen. Erst dann käme es zu einem parteiinternen Wahlverfahren.

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