Sachsens Kultusminister fordert bundesweites Ende der Lehrer-Verbeamtung
Sachsens Kultusminister will Lehrer-Verbeamtung beenden

Sachsens Kultusminister fordert bundesweites Ende der Lehrer-Verbeamtung

Die bundesweite Debatte um die Verbeamtung von Lehrkräften könnte durch einen Vorstoß aus Sachsen neuen Schwung erhalten. Kultusminister Conrad Clemens von der CDU tritt mittelfristig für eine vollständige Abschaffung der Lehrerverbeamtung ein und hält diese Praxis für „aus der Zeit gefallen“. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte, dass der Politiker ein gemeinsames Handeln aller Bundesländer anstrebt und einen sächsischen Alleingang ausschließt.

Finanzielle Belastung als Hauptargument

Minister Clemens begründet seine Position mit der angespannten Finanzlage der öffentlichen Haushalte und den hohen Rückstellungen für die Altersversorgung von Beamten. „Wir müssen uns generell die Frage stellen, in welchen Bereichen wir noch verbeamten“, erklärte er. „Zur Ehrlichkeit gehört, dass wir uns auf Dauer eine breite Verbeamtung bei dem Bedarf an Lehrkräften nicht mehr leisten können. Die Belastung der Haushalte ist einfach zu hoch.“

Historischer Kontext und aktuelle Zahlen

Sachsen hatte sich lange gegen die Verbeamtung von Lehrkräften gewehrt und erst im Jahr 2019 damit begonnen. Damals wurde als Hauptgrund der ungleiche Wettbewerb zwischen den Bundesländern genannt: Viele in Sachsen ausgebildete Nachwuchslehrer wanderten wegen der besseren Beamtenstellen in andere Länder ab. Derzeit ist die Lehrerverbeamtung im Freistaat bis zum Jahr 2030 befristet.

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Von den rund 32.000 Lehrkräften an öffentlichen Schulen in Sachsen sind laut aktuellen Angaben des Kultusministeriums etwa 40 Prozent verbeamtet. Das entspricht ungefähr 12.800 Personen, die im Beamtenstatus arbeiten.

Bundesweite Initiative geplant

Bei der anstehenden Bildungsministerkonferenz am Donnerstag in Berlin soll nach einem entsprechenden Vorstoß aus Sachsen über das Thema zumindest am Rande diskutiert werden. Der „Tagesspiegel“ hatte zuvor über die Pläne des Ministers berichtet. Clemens betonte, dass nur eine bundeseinheitliche Lösung sinnvoll sei, um erneute Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Ländern zu vermeiden.

Die Diskussion könnte weitreichende Folgen für das gesamte deutsche Bildungssystem haben, da die Verbeamtung von Lehrkräften in vielen Bundesländern als wichtiges Instrument zur Personalgewinnung und -bindung gilt. Kritiker befürchten jedoch, dass die hohen Pensionslasten die Haushalte langfristig überfordern.

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