Besonderer Projekttag in Annaburg: Schüler lauschen bewegender Lebensgeschichte
In der Sekundarschule Annaburg herrschte absolute Stille, als Buchautor Wolfgang W. Ladewig aus Elster das Wort ergriff. Der 73-Jährige gestaltete einen außergewöhnlichen Projekttag für die Zehntklässler, bei dem er offen über seine schwerste Lebensphase, persönliche Schicksalsschläge und drei tiefgreifende Nahtoderfahrungen sprach.
Eine Geschichte von Krankheit, Hoffnung und Überleben
Wolfgang W. Ladewig berichtete den Jugendlichen von seiner Armkrebserkrankung, die zu 40 Operationen führte, von 53 verschiedenen Diagnosen und 82 langen Tagen auf der Intensivstation. Doch nicht nur die medizinischen Fakten beeindruckten die Schüler, sondern vor allem die menschliche Dimension seiner Erzählung. Der Autor sprach auch über die Liebe zu seiner Frau, die ihm in den schwersten Zeiten Halt gab, und über persönliche Verluste, die sein Leben prägten.
Drei tiefgreifende Nahtoderlebnisse
Besonders intensiv wurden die Schilderungen seiner drei Nahtoderfahrungen aufgenommen. Beim ersten Erlebnis fühlte sich Ladewig an eine Wand gedrückt, während ein Zug mit blendenden Scheinwerfern auf ihn zuraste. „Die Wand hinter mir gab zum Glück nach und der Zug fuhr an mir vorbei“, erinnerte sich der 73-Jährige. „An den Fensterscheiben haben Kinderbilder von mir geklebt“, fügte er mit bewegter Stimme hinzu. Diese bildhafte Schilderung hinterließ bei den Teenagern einen nachhaltigen Eindruck.
Nachhaltiger Eindruck bei den Jugendlichen
Im Nachgang zum Projekttag zeigten sich die Schüler sichtlich beeindruckt von Ladewigs Offenheit und der Intensität seiner Erzählungen. Viele berichteten, dass sie durch den Vortrag neue Perspektiven auf Themen wie Krankheit, Sterblichkeit und die Wertschätzung des Lebens gewonnen hätten. Die ungewöhnliche Unterrichtsstformat bot den Jugendlichen die seltene Gelegenheit, mit jemandem zu sprechen, der extreme Lebenserfahrungen gemacht und verarbeitet hat.
Der Projekttag in Annaburg zeigte eindrucksvoll, wie persönliche Geschichten junge Menschen erreichen und zum Nachdenken anregen können. Wolfgang W. Ladewigs Bereitschaft, seine intimsten Erfahrungen mit der nächsten Generation zu teilen, schuf einen besonderen Raum für Reflexion und Dialog über existenzielle Fragen des Lebens.



