Simson-Mopeds wecken Leidenschaft und öffnen Türen zur Berufswelt
In Mansfeld-Südharz erleben Schülerinnen und Schüler eine einzigartige Form der Berufsorientierung, die weit über theoretische Unterrichtsstunden hinausgeht. Der Verein IBS hat ein innovatives Projekt ins Leben gerufen, das an fünf Sekundarschulen der Region umgesetzt wird. Im Mittelpunkt stehen dabei die legendären Simson-Mopeds aus DDR-Zeiten, die bis heute einen besonderen Kultstatus genießen.
Praktisches Lernen statt trockener Theorie
Statt sich durch trockene Berufsbeschreibungen zu kämpfen, können die Jugendlichen in Arbeitsgemeinschaften selbst Hand anlegen. Unter fachkundiger Anleitung von Experten wie Dirk Gießler lernen sie, wie man aus einzelnen Teilen ein funktionstüchtiges Kleinkraftrad zusammensetzt. Besonders beliebt sind dabei die Modelle S50 und S51, die bei vielen jungen Leuten nach wie vor große Begeisterung auslösen.
An der Eisleber Katharinenschule sind beispielsweise Finn, Ben Luca und Noah mit Feuereifer dabei. Sie schrauben konzentriert an einer S51 und erfahren dabei ganz praktisch, welche Fähigkeiten in handwerklichen Berufen gefragt sind. „Ausprobieren statt Theorie“ lautet das Motto dieses außergewöhnlichen Bildungsangebots, das den Jugendlichen einen realistischen Einblick in verschiedene Berufsfelder ermöglicht.
Kult-Mopeds als Brücke zur Arbeitswelt
Die Wahl der Simson-Mopeds ist dabei keineswegs zufällig. Diese Fahrzeuge besitzen nicht nur einen hohen Wiedererkennungswert, sondern eignen sich auch ideal für handwerkliche Übungen. Die Schüler lernen dabei:
- Technisches Verständnis für Mechanik und Motoren
- Präzises Arbeiten mit verschiedenen Werkzeugen
- Problemlösungsstrategien bei Montageherausforderungen
- Teamarbeit und kommunikative Fähigkeiten
Durch diese praktische Herangehensweise sollen Hemmschwellen abgebaut und echtes Interesse an handwerklichen Berufen geweckt werden. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie traditionelle Fahrzeuge modernen pädagogischen Zwecken dienen können.
Regionale Bildungsinitiative mit Vorbildcharakter
Die Initiative des Vereins IBS in Mansfeld-Südharz könnte Schule machen. Indem sie die Leidenschaft der Jugendlichen für bestimmte Objekte nutzt, schafft sie einen natürlichen Zugang zu beruflichen Themen. Die fünf beteiligten Sekundarschulen profitieren von diesem praxisnahen Ansatz, der Theorie und Anwendung ideal verbindet.
Für viele Teilnehmer wird das Schrauben an den Simson-Mopeds zu einer prägenden Erfahrung, die möglicherweise den weiteren Bildungsweg beeinflusst. Durch das eigene Tun erkennen sie Stärken und Interessen, die in herkömmlichen Berufsorientierungsprogrammen oft verborgen bleiben. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie regionale Bildungsarbeit Jugendliche nachhaltig für ihre Zukunft begeistern kann.



