Deutsches Schulbarometer: Mitbestimmung steigert Wohlbefinden in der Schule deutlich
Schulbarometer: Mitbestimmung fördert Wohlbefinden

Deutsches Schulbarometer: Wer mitentscheiden darf, fühlt sich in der Schule wohler

Nur wenige Kinder und Jugendliche empfinden die Schule als einen Ort, an dem sie sich wirklich wohlfühlen. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Befragung unter 8- bis 17-Jährigen, die im Rahmen des Deutschen Schulbarometers durchgeführt wurde. Die Studie offenbart zwei gravierende Probleme im Schulalltag: fehlende Mitbestimmung und weit verbreitetes Mobbing.

Geringes Wohlbefinden und steigende psychische Belastung

Laut der Erhebung erreichen lediglich 8 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler ein hohes schulisches Wohlbefinden. Um dieses zu ermitteln, wurden sechs Fragen gestellt, unter anderem zur Zufriedenheit mit den Lehrkräften und der Aufmerksamkeit im Unterricht. 16 Prozent der Befragten fühlen sich in der Schule wenig wohl, während die restlichen gut 75 Prozent im Mittelfeld landen. Besorgniserregend ist der Anstieg der psychischen Belastung: Ein Viertel der Kinder und Jugendlichen gab an, sich psychisch belastet zu fühlen, im Vergleich zu 21 Prozent im Jahr 2024. Kinder mit psychischen Auffälligkeiten wiesen besonders häufig ein geringes schulisches Wohlbefinden auf (43 Prozent).

Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei der Mitbestimmung

Die Studie deckt eine deutliche Diskrepanz auf: Während sich drei Viertel der Schülerinnen und Schüler mehr Einfluss auf Unterrichtsthemen oder Prüfungsformate wünschen, geben vier Fünftel an, hier kaum mitreden zu können. Selbst etablierte Gremien wie die Schülervertretung werden von 43 Prozent der Befragten als wirkungslos eingeschätzt. Dabei belegt die Studie einen klaren Zusammenhang: Wer mitentscheiden darf, fühlt sich in der Schule wohler. Anna Gronostaj, Bildungsexpertin der Robert Bosch Stiftung, betont: „Echte Partizipation ist kein Beiwerk, sondern die Grundlage für Wohlbefinden und gelebte Demokratie in der Schule.“ Im Gegensatz dazu hielten in einer früheren Befragung mehr als die Hälfte der Lehrkräfte (55 Prozent) die vorhandenen Mitbestimmungsmöglichkeiten für ausreichend.

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Weitere wichtige Erkenntnisse der Befragung

  • Soziale Herkunft: Kinder aus armen Familien berichteten überdurchschnittlich häufig von psychischer Belastung (31 Prozent) und geringem schulischem Wohlbefinden (29 Prozent).
  • Mobbing: Ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen gab an, mindestens einmal im Monat schikaniert zu werden. Bei jedem Zehnten tritt dies wöchentlich oder täglich auf, wobei Mobbing im persönlichen Kontakt häufiger ist als Cybermobbing.
  • Leistungsdruck: 61 Prozent der Befragten stimmten zu, dass an ihrer Schule viel verlangt wird, und fast die Hälfte muss auch am Wochenende für die Schule lernen.

Initiativen zur Verbesserung

Um die Situation zu verbessern, startet Nordrhein-Westfalen ein anonymes Feedback-Portal, bei dem Schülerinnen und Schüler digital Fragen zu Sorgen, Belastungen und demokratischer Teilhabe beantworten können. Bis zum 8. Mai können sich Schulen an diesem Pilotprojekt beteiligen. Die Rückmeldungen sollen in digitalen Ergebnisberichten zusammengefasst werden, um Maßnahmen zur Steigerung des Wohlbefindens und der Leistungen zu planen.

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