Der YouTuber Marvin Wildhage ist wegen seiner Aktion als falsches EM-Maskottchen beim Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft 2024 in München zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht München sprach ihn der Urkundenfälschung und des Erschleichens von Leistungen schuldig. Die Strafe beträgt 60 Tagessätze zu je 150 Euro, insgesamt 9.000 Euro. Zudem werden 5.400 Euro aus den mit den Videos erzielten Einnahmen eingezogen.
Hintergrund der Aktion
Wildhage hatte sich im Juni 2024 mithilfe eines nachgeahmten Maskottchen-Kostüms und gefälschter Akkreditierungen Zugang zum Innenraum des Stadions verschafft. Er gelangte bis zum Spielfeldrand, bevor er entdeckt wurde. Die Aktion löste eine breite Debatte über die Sicherheitsmaßnahmen bei der EM in Deutschland aus.
Prozessverlauf
Die Richterin folgte mit dem Urteil der Forderung des Staatsanwalts. Die Verteidigerin hatte auf Freispruch plädiert, da sich Wildhage unter hohem persönlichem Einsatz um die Sicherheit der Spiele verdient gemacht habe. Der YouTuber selbst verteidigte seine Aktion zu Beginn des Prozesses als investigativen Journalismus. „Ich sehe es als meine Aufgabe, auf Missstände aufmerksam zu machen, sie in die Öffentlichkeit zu tragen“, sagte der 29-Jährige. Seine Videos seien aus klassischer Sicht vielleicht ein unübliches Format, aber das ändere nichts an der Tatsache, dass seine Arbeit investigativer Journalismus sei.
Wildhage hatte den ursprünglichen Strafbefehl nicht akzeptiert, weshalb es zur Hauptverhandlung kam. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Gerichtssaal war bis auf den letzten Platz besetzt, viele Zuschauer mussten draußen bleiben.



