Chemnitzer Schulplanetarium startet nach monatelanger Pause neu durch
In Chemnitz können Schülerinnen und Schüler wieder den Blick in die Sterne richten: Das Schulplanetarium an der Albert-Schweitzer-Oberschule hat nach fast einjähriger Schließung wegen akuten Lehrermangels seinen Betrieb wiederaufgenommen. Die Einrichtung soll künftig als außerschulischer Lernort für alle Schulen der Stadt zur Verfügung stehen, wie die Kommune mitteilte.
Neues Betriebskonzept mit externen Kräften
Thomas Weisbach, der das Planetarium seit fast drei Jahrzehnten leitet, hat den Projektor nach monatelanger Stillstandzeit wieder in Betrieb genommen. „Rund 5.000 Schülerinnen und Schüler nutzten vor der Schließung jährlich unser Angebot“, berichtet der Physik- und Mathematiklehrer. „Doch durch den zunehmenden Lehrermangel wurden immer mehr Stunden gekürzt. In dieser Situation mussten wir neue Wege finden.“
Nun soll Weisbach den Betrieb gemeinsam mit drei externen Honorarkräften wieder aufnehmen. „Wir alle arbeiten Vollzeit und müssen schauen, wie dieses Projekt erfolgreich anlaufen wird“, erklärt der langjährige Leiter. Die Stadt Chemnitz hat im aktuellen Doppelhaushalt zusätzliche 40.000 Euro für das Planetarium bereitgestellt, die vor allem für die Vergütung der externen Kräfte vorgesehen sind.
Erweiterte Angebote und öffentliches Programm
Zur Wiedereröffnung am bundesweiten Tag der Astronomie lud die Stadt zu einem öffentlichen Programm ein. Künftig rechnet die Kommune mit mindestens 300 Veranstaltungen pro Jahr – mehr als doppelt so viele wie vor der Schließung. Für Lehr- und Unterrichtsmittel, Gerätewartungen und Software steht jährlich ein Budget von 10.000 Euro zur Verfügung.
Ab dem kommenden Schuljahr im Herbst soll der reguläre Lehrbetrieb wiederaufgenommen werden. Geplant sind Live-Vorträge für verschiedene Altersgruppen zu Themen rund um Weltall und Himmelskörper. Trotz der monatelangen Pause gingen weiterhin wöchentlich mehrere Anfragen aus Chemnitz und der Region ein.
Einrichtung mit besonderer Ausstattung
Das Planetarium verfügt über eine besondere technische Ausstattung:
- Projektion eines künstlichen Sternenhimmels an die Kuppel
- Altersgerechte Vorträge zu astronomischen Themen
- Eigene Sternwarte auf dem Dach der Schule
- Möglichkeit zur Beobachtung realer Himmelskörper
Die Einrichtung existiert in dieser Form seit 1981 und hat Generationen von Schülern astronomische Grundkenntnisse vermittelt.
Astronomiebildung in Sachsen
Mehrere Schulen in Sachsen verfügen über ähnliche Einrichtungen, darunter das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Löbau und das Siemens-Gymnasium in Großenhain. Laut Kultusministerium werden astronomische Themen in Sachsen integrativ vermittelt – vor allem in den Fächern Physik und Geografie. In der gymnasialen Oberstufe können Schulen Wahlgrundkurse Astronomie anbieten.
„Der Lehrkräftemangel im naturwissenschaftlichen Bereich wirkt sich auch auf den Astronomieunterricht aus“, erklärt das Ministerium. „Durch die Zusammenarbeit mit außerschulischen Lernorten wie Planetarien und Sternwarten lässt sich diese Lücke teilweise kompensieren.“
In Radebeul beispielsweise besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen den Schulen der Region und der dortigen Sternwarte. Solche Kooperationen zeigen, wie wichtig außerschulische Lernorte für die naturwissenschaftliche Bildung geworden sind – besonders in Zeiten des Fachkräftemangels.



