Vom Schulversager zum Bildungsminister: Gordon Hoffmanns ungewöhnliche Karriere
Gordon Hoffmann, 47 Jahre alt und Mitglied der CDU, beschrieb sich selbst einmal als "stinkend faul" während seiner Schulzeit. Seinen Abschluss der 10. Klasse habe er nur mit Mühe geschafft, und eine anschließende Lehre brach er ab. Trotz dieser holprigen Startbedingungen hat Hoffmann eine beeindruckende Karriere hingelegt. Am Mittwochmorgen ernannte ihn Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zum neuen Bildungsminister des Landes.
Neue Lehrer und mehr Unterricht für Brandenburg
Hoffmanns Aufgabe ist es, Brandenburg von den hinteren Plätzen in Bildungsvergleichen nach vorne zu bringen. Dafür stehen ihm 250 neue Lehrerstellen zur Verfügung. Im Koalitionsvertrag konnte die CDU eine zusätzliche Deutschstunde pro Woche sowie mehr Zeit für Rechnen und Lesen durchsetzen. Hoffmann betonte, dass sein ehemaliger Klassenleiter sehr stolz auf ihn sei.
Erst im Alter von Anfang 20 fand Hoffmann den richtigen Weg über den zweiten Bildungsweg: Er schloss ein Studium ab, übernahm Leitungsposten, wurde Landtagsabgeordneter und Generalsekretär seiner Partei, bevor er nun das Ministeramt antrat.
Innenminister mit alkoholbedingter Vorgeschichte
Jan Redmann, 46 Jahre alt und CDU-Chef in Brandenburg, wurde während des Wahlkampfs 2024 betrunken auf einem E-Scooter von der Polizei erwischt. Die Konsequenzen waren eine Geldstrafe von 8000 Euro, drei Punkte in Flensburg und der Entzug seiner Fahrerlaubnis. Nun ist Redmann Innenminister und Vize-Regierungschef, verantwortlich für 8700 Polizisten. Er plant, die Stellenzahl auf 9000 zu erhöhen und der Polizei mehr Handlungsfreiheit zu gewähren. Im Gegensatz zu Hoffmann war Redmann ein guter Schüler und promovierter Jurist.
Wirtschaftsministerin mit Erfahrung aus Berlin
Martina Klement, 45 Jahre alt und Mitglied der CSU, tritt als neue Wirtschaftsministerin in Brandenburg an. In Berlin begann sie als Digital-Staatssekretärin und trieb die Reform träger Behörden voran. Klement betont, dass sie Brandenburg bereits kenne, und wird beim Netzwerken von Staatssekretär Markus Niggemann unterstützt, der früher Finanzchef im Cottbuser Rathaus war.
Wechsel und Kontinuität im Kabinett
Drei Minister wechseln ihre Posten: René Wilke zieht vom Innen- ins Sozialministerium und ist dort für Arbeit, Gesundheit, Frauen, Familie, Migration und Integration zuständig. Daniel Keller wechselt vom Wirtschafts- zum Finanzministerium und muss aufgrund eines großen Haushaltslochs jährlich Milliarden einsparen. Robert Crumbach geht vom Finanz- zum Infrastrukturministerium und übernimmt Aufgaben wie Bauen, Wohnen und Verkehr.
Vier Minister bleiben in ihren Ämtern: Manja Schüle als Wissenschafts- und Kulturministerin, Hanka Mittelstädt als Agrar- und Umweltministerin, Benjamin Grimm als Justizminister und Kathrin Schneider als Staatskanzlei-Ministerin. Ministerpräsident Dietmar Woidke führt die Regierung weiter, wobei Spekulationen über einen möglichen Nachfolger vor der Wahl 2029 im Raum stehen.



