Sieben Zentimeter führen zu teuren Sicherheitsmaßnahmen in Frankfurter Grundschule
In der Frauenhof-Grundschule in Frankfurt am Main hat ein scheinbar kleines Detail große finanzielle Folgen ausgelöst. Das Treppengeländer im Schulgebäude ist laut offizieller Messung der Bauaufsichtsbehörde genau sieben Zentimeter zu niedrig. Die vorgeschriebene Höhe beträgt 1,10 Meter, doch das vorhandene Geländer misst nur 1,03 Meter.
Amtliche Bescheinigung der Gefahr
Das Schulverwaltungsamt hat diese Abweichung als akute Lebensgefahr für die Schülerinnen und Schüler eingestuft. Obwohl in den 126 Jahren seit der Eröffnung der Bildungseinrichtung noch kein Kind aufgrund dieser sieben Zentimeter zu Schaden gekommen ist, wurde sofort gehandelt. Die Behörde argumentiert, dass theoretisch die Möglichkeit besteht, dass ein Grundschüler die fehlende Höhe in gefährlicher Weise ausnutzen könnte.
Aus diesem Grund wurden unverzügliche Sofortmaßnahmen angeordnet. Ein Sicherheitsdienst wurde beauftragt, der sogar während der Osterferien im Einsatz ist, um sicherzustellen, dass sich kein Kind über die Brüstung stürzt. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf stolze 13.700 Euro pro Woche.
Finanzielle Dimensionen der Sicherheitslücke
Diese außergewöhnliche Vorsichtsmaßnahme wirft interessante finanzielle Fragen auf. Seit der Eröffnung der Schule vor 126 Jahren sind insgesamt 6.586 Wochen vergangen. Hätte man den Sicherheitsdienst bereits von Anfang an eingesetzt, wären in dieser Zeit sagenhafte 90,2 Millionen Euro ausgegeben worden.
Diese Summe verdeutlicht, wie kostspielig übertriebene Sicherheitsvorkehrungen sein können. Ein Kommentar in der Berichterstattung weist ironisch darauf hin, dass das Fehlen des Sicherheitsdienstes all diese Jahre lang eine erhebliche Einsparung für den öffentlichen Haushalt bedeutete.
Die Situation zeigt, wie Bürokratie und Vorschriften manchmal zu unverhältnismäßigen Reaktionen führen können. Während die Sicherheit der Kinder natürlich oberste Priorität haben muss, stellt sich die Frage, ob die sieben Zentimeter wirklich eine derart teure Maßnahme rechtfertigen.
Die Frauenhof-Grundschule steht nun vor der Herausforderung, eine dauerhafte Lösung für das zu niedrige Geländer zu finden. Bis dahin bleibt der Sicherheitsdienst im Einsatz – auf Kosten der Steuerzahler.



