Herzensprojekt: Antje Demuth gründet Kinderfeuerwehr Zappendorf trotz fehlender Erfahrung
Antje Demuth gründet Kinderfeuerwehr Zappendorf

Ein Herzensprojekt wird Realität

Wenn die kleinen Kinder in ihren Feuerwehrjacken um die Ecke laufen und auf Antje Demuth zusteuern, ist das für sie einer dieser Momente, die alles tragen. „Da geht mir das Herz auf“, sagt sie und lächelt. Seit acht Jahren leitet sie die Kinderfeuerwehr in Zappendorf – und das, obwohl sie ursprünglich keinerlei Verbindung zur Feuerwehr hatte.

Es begann alles eher zufällig. „Mein jüngstes Kind war total von der Feuerwehr begeistert. Deshalb waren wir öfter dort“, erinnert sich die 55-Jährige. Irgendwann kam die Frage, ob sie sich vorstellen könne, eine Kinderfeuerwehr zu gründen. „Eigentlich wollte ich das nicht. Ich kannte mich ja gar nicht aus.“

Größte Kinderfeuerwehr des Saalekreises

Doch sie blieb – wegen der Kinder. Was als Idee begann, wurde schnell zu einer festen Institution in Zappendorf. Aus anfänglich 20 Kindern sind heute 35 geworden. Damit ist die Kinderfeuerwehr die größte im gesamten Saalekreis. „Wir wollen niemanden abweisen. Hier ist jeder willkommen“, sagt Demuth. Kinder kommen inzwischen nicht nur aus Zappendorf, sondern auch aus Nachbardörfern und sogar aus Halle.

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Damit sie die Inhalte überhaupt vermitteln kann, absolvierte Demuth die Grundausbildung zur Truppfrau. Auf echten Einsätzen will sie jedoch nicht mitfahren. „Das können die Jüngeren gerne übernehmen.“

Kinder lernen alles rund um die Feuerwehr und das Helfen

Stattdessen konzentriert sie sich auf ihre Kindergruppe – und auf deren Entwicklung. Ab fünf Jahren können Kinder teilnehmen, mit zehn wechseln sie in die Jugendfeuerwehr. Ziel sei es auch, Nachwuchs für die Einsatzabteilung zu gewinnen. „Das klappt bereits gut“, sagt sie. Drei Jugendliche wechselten im vergangenen Jahr, zwei davon waren von Anfang an dabei.

Was die Kinder lernen? „Eigentlich alles, was die Erwachsenen auch machen – nur einfacher und kleiner“, sagt Demuth. Hydranten bedienen, Schläuche rollen, Notrufe absetzen, Erste Hilfe leisten – das komplette Spektrum, kindgerecht vermittelt.

Monatliche Treffen in der Kinderfeuerwehr Zappendorf

Einmal im Monat trifft sich die Gruppe. Mehr soll es bewusst nicht sein. „Es soll etwas Besonderes bleiben.“ Und genau dieser Ansatz prägt auch das Miteinander: ernsthaft, aber ohne Druck. Ergänzt wird das Programm durch spielerische Elemente – etwa eine Eimerkette im Sommer, um einen Pool zu befüllen oder gemeinsames Plätzchenbacken im Winter. Im vergangenen Jahr kam erstmals ein kleines Zeltlager hinzu, das Kinder und Jugendliche enger zusammenbringen sollte.

Nun ist sie für ihr Engagement für den Ehrenamtspreis „Der Esel, der auf Rosen geht“ nominiert worden. Vorgeschlagen wurde sie von Christian Klose, der ihre Arbeit seit Jahren begleitet. Er beschreibt sie als eine Person, „deren Einsatz für die Gemeinschaft so selbstverständlich wirkt, dass man leicht vergisst, wie außerordentlich er ist“. Demuth schenke den Kindern „weit mehr als Feuerwehrwissen – sie schenkt ihnen Gemeinschaft, Begeisterung und die Gewissheit, dass jemand immer für sie da ist“.

Ehrenamt fühlt sich nicht wie Arbeit an

Demuth selbst bleibt zurückhaltend, was die Auszeichnung betrifft. „Ich mache das gern. Es ist kein Job für mich und das alles funktioniert auch nur dank der Unterstützung der Kameraden.“ Wenn die Kinder ihr ein gemaltes Bild schenken, sei das für sie bereits Anerkennung genug. Die Nominierung selbst halte sie für übertrieben – schließlich gebe es viele andere Ehrenamtliche, die eine solche Würdigung ebenso verdient hätten.

Für sie steht stattdessen die Zukunft der Kinderfeuerwehr im Fokus. Und da gibt es einige Vorhaben. Die Feuerwehr in Zappendorf plant den Ausbau des Gerätehauses, da der Platz längst nicht mehr ausreicht. „Im Moment hängen die Uniformen der Kinder an einer Leiter“, sagt Demuth und schmunzelt. Zusätzlich soll ein Anhänger mit spezieller Kinder-Feuerwehrausrüstung angeschafft werden. Die Finanzierung ist durch Spenden gesichert – es fehlt nur noch der Platz.

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