Ostern ohne Schoko-Stress: Kinderärztin gibt Tipps für den Umgang mit Süßigkeiten
Ostern ohne Schoko-Stress: Tipps für Familien

Ostern ohne Schoko-Stress: Wie Familien die Zuckerflut meistern

Ein Korb voller Schokoeier, der große Goldhase und prall gefüllte Ostertüten von den Großeltern – an den Feiertagen türmt sich schnell ein Süßigkeitenberg auf. Viele Eltern fragen sich: Sollen sie die Kinder schlemmen lassen oder die Zuckerflut begrenzen? Kinderärztin Susanna Wiegand gibt im Gespräch mit Hanna Zobel praktische Ratschläge, wie Familien die Osterzeit ohne Stress überstehen können.

Die Illusion der harmlosen Ausnahme

„Was nie funktioniert, sind reine Verbote“, betont Wiegand. Solche Einschränkungen würden lediglich die Neugier steigern und dazu führen, dass Kinder sich andere Wege suchen – etwa durch Tauschgeschäfte in der Schule. Doch auch das Gegenteil, also unbegrenzt verfügbare Süßigkeiten, sei keine Lösung. „Das mag beim Lebensmittelangebot der Sechzigerjahre so gewesen sein“, erklärt die Expertin. „Heute sind Kinder mit aggressiv beworbenen Produkten konfrontiert, die ein großes Suchtpotenzial haben.“

Die Herausforderung liege nicht in einigen wenigen Ausnahmen pro Jahr, sondern in einer konstanten Verführung. „Weihnachtsangebote gehen fast nahtlos in Ostersüßigkeiten über, dazu kommen Feiertage wie Halloween“, so Wiegand. Daher sei es ratsam, auch für Festtage eine halbwegs gesunde Strategie zu entwickeln.

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Individuelle Grenzen finden

Die Frage nach einem klaren „Zuviel“ an Osterleckereien lässt sich nicht pauschal beantworten. „Das hängt sehr vom einzelnen Kind ab“, sagt Wiegand. „Manche Kinder essen nur wenige Snacks und verlieren dann das Interesse, andere futtern, bis ihnen schlecht wird.“ Einige Eltern sehen in Letzterem einen Lerneffekt – doch ob man diesen Weg gehen möchte, ist eine individuelle Entscheidung.

Die Kinderärztin empfiehlt stattdessen das Gespräch: „Man kann mit dem Kind darüber sprechen, warum Süßigkeiten in Maßen besser sind, und eine Abmachung treffen, wann sie gegessen werden.“

Großeltern als Verbündete gewinnen

Besonders knifflig wird es, wenn Großeltern mit Süßigkeiten beschenken möchten. Wiegand rät zu vorherigen Absprachen: „Gerade bei Großeltern kann man fragen, welche Traditionen sie aus ihrer eigenen Kindheit mit dem Fest verbinden.“ Oft kämen dabei Ideen zum Vorschein, die nichts mit den üblichen Konsumgütern zu tun haben.

„Etwa eine alte, hasenförmige Backform, in der man mit den Enkeln einen Osterkuchen backen kann. Oder vielleicht ein Kressekopf, dem die Kinder beim Wachsen zusehen können.“

Zuckerfreie Alternativen für besondere Ostertage

Die Expertin schlägt zahlreiche Aktivitäten vor, die das Fest bereichern ohne auf Zucker zu setzen:

  • Gemeinsames Basteln: Ostergrüße für Freunde oder Familie gestalten. „Die Kinder lieben es, wenn sie sich selbstwirksam fühlen und etwas verschenken können“, erklärt Wiegand.
  • Naturerlebnisse: Blumen pflücken, Spaziergänge mit Vogelbeobachtung oder das Sammeln essbarer Wildkräuter wie Bärlauch.
  • Traditionelle Osterbräuche: Gekochte und mit Lebensmitteln gefärbte Eier verstecken, Osterfeuer besuchen oder ein eigenes kleines Lagerfeuer im Garten entfachen.
  • Kreative Backprojekte: Hefegebäck oder Osterkuchen gemeinsam zubereiten.
  • Frühlingsbegrüßung: Blumen anpflanzen oder Gemüsebeete anlegen – auch auf dem Balkon oder an städtischen Bauminseln möglich.

Letztlich geht es darum, die Osterzeit als Gemeinschaftserlebnis zu gestalten, bei dem nicht der Zuckerkonsum im Mittelpunkt steht. „Ich bezweifle, dass die Süßigkeiten aus dem Supermarkt, die dort schon zwei Monate liegen, das schönste Ostergeschenk sind“, resümiert Wiegand. Es gebe bessere Wege, die Festtage gemeinsam zu genießen.

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