Abnehmspritzen im Test: Wie wirksam sind Wegovy und Mounjaro wirklich?
Abnehmspritzen: Wirkung, Risiken und Kosten im Überblick

Abnehmspritzen im Fokus: Was bringen Wegovy und Mounjaro wirklich?

Viele Menschen mit starkem Übergewicht haben bereits zahlreiche Diäten ausprobiert, doch die Waage zeigt weiterhin zu hohe Werte an. In solchen Fällen rücken Abnehmspritzen wie Wegovy und Mounjaro in den Blickpunkt. Die Stiftung Warentest hat nun detailliert untersucht, wie hilfreich diese Medikamente tatsächlich sind und für wen sie infrage kommen.

Für wen sind Abnehmspritzen geeignet?

Nicole Merbach von der Stiftung Warentest stellt klar: Abnehmspritzen sind nicht für Menschen mit Normalgewicht oder leichtem Übergewicht gedacht, die einfach nur schnell eine Strandfigur erreichen möchten. Ursprünglich wurden diese Präparate zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt. Weil sie jedoch die Gewichtsabnahme erleichtern, dürfen Ärzte sie auch bei Adipositas, also starkem Übergewicht, verschreiben. Voraussetzung ist ein Body-Maß-Index (BMI) von mindestens 30 oder von 27 bei bestehenden Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck.

Die beiden relevanten Präparate, die wöchentlich gespritzt werden müssen, sind:

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  • Mounjaro (Eli Lilly) mit dem Wirkstoff Tirzepatid
  • Wegovy (Novo Nordisk) mit dem Wirkstoff Semaglutid

Interessant zu wissen: Ozempic wird zwar oft umgangssprachlich als Abnehmspritze bezeichnet, ist in der EU aber ausschließlich für die Diabetes-Behandlung zugelassen.

Wie effektiv sind die Medikamente beim Abnehmen?

Die Stiftung Warentest hat insgesamt 17 in Deutschland zugelassene Arzneimittel zur Gewichtsabnahme bewertet, darunter verschiedene Dosierungen von Mounjaro und Wegovy. Die Gutachter sichteten wissenschaftliche Literatur, Adipositas-Leitlinien und Meta-Analysen. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Beide Abnehmspritzen werden als „geeignet zur Gewichtsabnahme bei stark übergewichtigen Personen“ eingestuft.
  • Die Therapie sollte unbedingt von einer Ernährungsumstellung und regelmäßiger körperlicher Aktivität begleitet werden. Wird das Spritzen irgendwann eingestellt, kehrt das normale Hungergefühl zurück – ohne veränderte Lebensgewohnheiten sind die verlorenen Kilos schnell wieder da.
  • Nach einem Jahr Therapie fällt die Gewichtsabnahme bei Mounjaro etwas größer aus als bei Wegovy (13 bis 19 Prozent gegenüber 9 bis 12 Prozent).
  • Schwere Nebenwirkungen treten bei beiden Präparaten kaum häufiger auf als bei Studienteilnehmern, die Placebos erhielten.
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen kommen bei Wegovy allerdings häufiger vor als bei Mounjaro.
  • Bislang fehlen Daten zu langfristigen Auswirkungen auf das Körpergewicht und möglichen Langzeit-Nebenwirkungen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Besonders zu Therapiebeginn und bei Dosisanpassungen können Völlegefühl, Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen auftreten. Experten empfehlen daher, Mahlzeiten zu verkleinern, fettarme Kost zu bevorzugen und gründlich zu kauen. In seltenen Fällen können Entzündungen von Gallenblase und Bauchspeicheldrüse als Nebenwirkungen auftreten.

Was kosten die Abnehmspritzen?

Die Warentester kommen zu einem klaren Urteil: „Die Mittel sind für viele Betroffene derzeit unerschwinglich.“ Je nach Präparat und Dosierung kostet eine wöchentliche Therapie mit Wegovy oder Mounjaro zwischen 43 und 122 Euro. Da Abnehmspritzen als Lifestyle-Medikamente gelten, übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten normalerweise nicht. Private Krankenversicherungen können je nach Tarif anders entscheiden.

Wie erhält man Abnehmspritzen?

Abnehmspritzen sind in der Apotheke nur mit Rezept erhältlich. Interessierte sollten das Thema mit ihrem Hausarzt besprechen, der entscheidet, ob eine Verordnung medizinisch sinnvoll ist. Kritisch sehen Verbraucherschützer telemedizinische Plattformen im Internet, über die Abnehmspritzen oft zu leicht verfügbar sind. Rezepte werden dort teilweise nur auf Basis von Online-Fragebögen ausgestellt, was rechtlich bedenklich ist, da solche Bögen leicht manipuliert werden können.

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