Semperoper Dresden präsentiert nach 38 Jahren neuen „Parsifal“ – Regisseur ausgebuht
Neuer „Parsifal“ in Dresden: Regisseur trifft auf Buh-Rufe

Nach 38 Jahren: Semperoper Dresden bringt Wagners „Parsifal“ zurück auf die Bühne

Die Semperoper Dresden hat nach einer langen Pause von fast vier Jahrzehnten endlich wieder Richard Wagners monumentales Werk „Parsifal“ inszeniert. Die Premiere am Sonntagabend sorgte jedoch für ein gespaltenes Echo im voll besetzten Opernhaus. Während die musikalische Leistung enthusiastisch gefeiert wurde, stieß die Regiearbeit des Niederländers Floris Visser auf deutliche Ablehnung beim Premierenpublikum.

Musikalische Glanzleistung begeistert das Publikum

Einhellige Begeisterung löste die musikalische Darbietung aus. Dirigent Daniele Gatti führte die Sächsische Staatskapelle Dresden zu einer gefeierten Interpretation, die mit Bravo-Rufen und stürmischem Applaus bedacht wurde. Besonders Georg Zeppenfeld in der Rolle des Gurnemanz erntete Jubelstürme. Auch das Solistenensemble überzeugte vollständig: Eric Cutler gab sein Rollendebüt als Parsifal, Michèle Losier glänzte als Kundry, und Albert Dohmen, Oleksandr Pushniak sowie Scott Hendricks komplettierten die herausragende Besetzung.

Regisseur Visser erntet Buh-Rufe für politische Inszenierung

Ganz anders fiel die Reaktion auf Floris Visser aus, der mit dieser Produktion sein Debüt an der Semperoper gab. Der Regisseur wurde überwiegend ausgebuht, nachdem er das Werk mit zahlreichen politischen Botschaften angereichert hatte. In seiner Inszenierung erzählt Visser die Geschichte durch die Augen eines Kindes, das mit seiner Schulklasse eine Abteiruine besucht und in seiner Fantasie in die mythologische Welt des Parsifal eintaucht. Im Programmheft erklärte Visser seinen Ansatz: „Die Welt braucht Heilung, mehr Gerechtigkeit und Umsicht.“ Seine Interpretation greift damit aktuelle Krisen und Fragen nach gesellschaftlicher Erlösung auf.

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Historischer Kontext und weitere Vorstellungen

Die letzte Dresdner „Parsifal“-Inszenierung stammte aus dem Jahr 1988 von Theo Adam und war bis 2010 im Spielplan. Richard Wagner wird an der Semperoper neben Richard Strauss traditionell als „Hausgott“ verehrt – mehrere Opern beider Komponisten erlebten hier ihre Uraufführung. Wagner wirkte einst selbst als Hofkapellmeister in Dresden. Weitere Vorstellungen der aktuellen Produktion sind für den 25. und 31. März sowie den 3. und 6. April angekündigt, sodass sich das Publikum selbst ein Bild von dieser kontrovers diskutierten Neuinterpretation machen kann.

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