Ricarda Lang im ntv-Talk: Jeder kennt Täter - Schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt gefordert
Ricarda Lang: Jeder kennt Täter - Schärfere Gesetze gefordert

Ricarda Lang im ntv-Talk: Kampf gegen digitale sexualisierte Gewalt

Die frühere Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Ricarda Lang, hat in der vergangenen Woche auf der Kundgebung „Sexualisierte Gewalt stoppen“ gesprochen und ihre Forderungen nun im „ntv-Hauptstadttalk“ mit den Moderatoren Nikolaus Blome und Clara Pfeffer weiter konkretisiert. Die 32-jährige Politikerin legte dabei noch einmal nach und forderte entschieden schärfere Gesetze gegen digitale sexualisierte Gewalt.

„Jeder von uns kennt wahrscheinlich auch Täter“

Lang machte deutlich, dass das Problem bereits im Alltag beginnt: „Das Thema fängt dort an, wo Frauen objektifiziert werden, wo sie auf ihren Körper reduziert werden, wo es komplett normal ist, sexualisierte Witze in den Sportumkleiden zu machen.“ Sie betonte, dass nicht alle Männer Täter seien, aber in den meisten Fällen die Täter Männer sind. Mit einem knallharten Vorwurf stellte sie klar: „Und wenn jeder sagt, ich kenne aber keinen, in meinem Umfeld gibt es keinen, in meiner Familie gibt es keinen, in meinem Sportklub gibt es keinen, dann passt das irgendwann nicht mit den Zahlen zusammen. Das heißt: Jeder von uns kennt wahrscheinlich auch Täter!“

Rechtsstaat muss Würde von Frauen schützen

Die Politikerin forderte, dass aus Worten Taten werden müssen: „In den letzten Wochen haben wir viele Worte des Schocks, der Wut und auch der Solidarität mit dem Fall von Collien Fernandes gehört. Aus Worten müssen aber Taten werden.“ Sie verlangt gesetzliche Änderungen, damit Deutschland von einem Täterparadies zu einem Land wird, in dem der Rechtsstaat die Würde und Freiheit von Frauen schützt. Ein zentrales Ziel ist dabei der Kampf gegen Tech-Oligarchen: „Vor allem müssen wir uns mit den Tech-Oligarchen anlegen, die Frauenhass zu einem Geschäftsmodell gemacht haben.“ Lang kritisierte scharf, dass der Rechtsstaat vor Persönlichkeiten wie Elon Musk resigniere und forderte, das Recht auch auf sozialen Medien wie X durchzusetzen.

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Gregor Gysi mit eigenem Vorschlag

Der ehemalige Linken-Chef Gregor Gysi brachte einen eigenen Lösungsansatz ein: „Man könnte zum Beispiel die Regelung machen, dass Veröffentlichungen, wo Personen gezeigt werden, immer nur mit Genehmigung der beiden oder der drei oder vier Personen möglich sind. Und dann müsste der, der das einreicht, auch gleich die Genehmigung der anderen einreichen. Wenn er das fälscht, begeht er sofort eine Urkundenfälschung.“ Dieser Vorschlag zielt darauf ab, die Verbreitung nicht einvernehmlicher Inhalte rechtlich einzudämmen.

Kritik von Talkmasterin Clara Pfeffer

Talkmasterin Clara Pfeffer hielt Lang entgegen, dass das Thema nicht von einem politischen Lager gekapert werden dürfe: „Man muss aufpassen, dass dieses Thema jetzt nicht gekapert wird von einem politischen Lager. Und da habe ich beobachtet, dass Sie keinen überparteilichen Aufruf gestartet haben, sondern sich mit einzelnen auch links georteten Gruppen zusammengeschlossen haben. Das finde ich hochproblematisch.“ Diese Kritik unterstreicht die politische Dimension der Debatte und die Notwendigkeit einer breiten, überparteilichen Zusammenarbeit.

Die Diskussion im ntv-Talk zeigt, dass die Forderungen nach schärferen Gesetzen gegen digitale sexualisierte Gewalt weiter an Fahrt gewinnen. Mit prominenten Stimmen wie Ricarda Lang und Gregor Gysi wird der Druck auf die Politik erhöht, um rechtliche Lücken zu schließen und die Würde von Frauen besser zu schützen.

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