Lange Haftstrafe für Drogenlieferantin nach Tod von Matthew Perry
Zweieinhalb Jahre nach dem tragischen Tod des weltbekannten "Friends"-Stars Matthew Perry ist eine Drogenlieferantin zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die als "Ketamin-Königin" bekannte 42-Jährige muss für 15 Jahre hinter Gitter, nachdem sie das Narkosemittel geliefert hatte, das im Oktober 2023 zum Tod des Schauspielers führte.
Gericht folgt Antrag der Staatsanwaltschaft
Die zuständige Richterin in Los Angeles kam mit ihrer Entscheidung dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf volle 15 Jahre Haft nach. Die Verteidigung hatte argumentiert, dass die Angeklagte seit ihrer Festnahme im August 2024 bereits in Untersuchungshaft gesessen habe und damit genügend Zeit im Gefängnis verbracht habe. Dieses Argument fand jedoch bei der Richterin kein Gehör.
Ausmaß der Drogenlieferungen
Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatte die Dealerin Perry in den Wochen vor seinem Tod über einen Mittelsmann mehr als 50 Dosen Ketamin verkauft. Am Tag seines Todes soll Perrys Assistent dem Star auf dessen ausdrücklichen Wunsch mindestens drei Dosen verabreicht haben. Als die Nachricht vom Tod des Schauspielers viral ging, forderte die Frau ihre Helfer auf, alle SMS-Nachrichten über die Drogenbeschaffung zu löschen und sämtliche Spuren zu verwischen.
Bei einer Durchsuchung ihres Hauses in North Hollywood fanden die Ermittler große Mengen verschiedener Drogen, darunter nicht nur Ketamin, sondern auch Methamphetamin und Ecstasy. Diese Funde untermauerten das Bild einer professionell agierenden Drogenhändlerin.
Emotionale Anhörung mit Angehörigen
Angehörige und enge Freunde von Matthew Perry wohnten der Verkündung des Urteils im Gerichtssaal bei. Der Stiefvater des Schauspielers, Keith Morrison, sprach laut Berichten der "Los Angeles Times" über den schweren Verlust und die tiefe Trauer, die die Familie seit Perrys Tod begleitet. Morrison betonte, die Dealerin habe wissentlich einen Suchtkranken mit Drogen versorgt und damit seine Abhängigkeit gefördert.
Die Angeklagte selbst ergriff während der Anhörung das Wort und entschuldigte sich für ihr Handeln. Sie äußerte laut US-Medienberichten tiefe Scham über ihre Taten und gab an, selbst Suchtprobleme gehabt zu haben. Seit ihrer Festnahme habe sie den Drogen abgeschworen und arbeite an ihrer Rehabilitation.
Erschwerende Umstände
Bei der Urteilsfindung kamen weitere erschwerende Umstände zum Tragen. Die 42-Jährige, die sowohl einen amerikanischen als auch einen britischen Pass besitzt, hatte eingeräumt, bereits im Jahr 2019 einem anderen Kunden vier Fläschchen Ketamin verkauft zu haben. Dieses Opfer starb wenige Stunden nach dem Konsum an einer Überdosis, was die Gefährlichkeit ihres Handelns zusätzlich unterstrich.
Weitere Beteiligte im Fall Perry
Neben der nun verurteilten Drogenlieferantin waren nach Perrys Tod weitere Personen festgenommen worden, darunter zwei Ärzte, ein Assistent und ein Bekannter des Schauspielers. Ihnen wurde vorgeworfen, Perrys Suchtprobleme ausgenutzt zu haben, um sich finanziell zu bereichern.
Einer der Ärzte erhielt bereits im Dezember des Vorjahres eine zweieinhalbjährige Haftstrafe, während sein Kollege zu acht Monaten Hausarrest verurteilt wurde. Die Strafen für die beiden weiteren Angeklagten stehen noch aus und werden in separaten Verfahren entschieden.
Tragischer Tod eines Weltstars
Matthew Perry wurde am 28. Oktober 2023 im Alter von 54 Jahren tot im Whirlpool seines Hauses in Los Angeles gefunden. Der Schauspieler wurde weltweit durch die zwischen 1994 und 2004 produzierte TV-Serie "Friends" bekannt, in der er an der Seite von Courteney Cox, Matt LeBlanc, Jennifer Aniston, Lisa Kudrow und David Schwimmer die Rolle des Chandler Bing verkörperte.
Öffentlicher Kampf gegen die Sucht
Perry hatte in den Jahren vor seinem Tod öffentlich über seinen langjährigen Kampf gegen Suchterkrankungen gesprochen. In seiner Autobiografie "Friends, Lovers and the Big Terrible Thing" beschrieb er detailliert seine Abhängigkeiten und die damit verbundenen Herausforderungen. Berichten zufolge war er wegen Depressionen und Angstzuständen in Behandlung, unter anderem durch eine ärztlich überwachte Ketamin-Therapie.
Parallel zu den legalen Behandlungen soll sich der Schauspieler jedoch auch auf dem Schwarzmarkt mit dem Mittel versorgt haben. Ketamin wird seit Jahrzehnten als bewährtes Narkosemittel eingesetzt und findet unter bestimmten Voraussetzungen auch in der Behandlung von therapieresistenten Depressionen Anwendung. Gleichzeitig wird die Substanz von manchen Partygängern als illegale Clubdroge missbraucht.
Der Fall zeigt die tragischen Konsequenzen, die der illegale Drogenhandel haben kann, insbesondere wenn er Menschen mit Suchterkrankungen erreicht. Das Urteil sendet ein deutliches Signal gegen den Handel mit gefährlichen Substanzen, die bereits mehrere Todesopfer gefordert haben.



