5 Mio. Dollar Kopfgeld: Mexikos neuer Kokain-Baron gefasst
5 Mio. Dollar Kopfgeld: Mexikos neuer Kokain-Baron gefasst

Mexiko-Stadt – Ein schwerer Schlag gegen das mexikanische Drogenkartell Jalisco Nueva Generación (CJNG): Mit einer spektakulären Militäraktion wurde am Montag (Ortszeit) im Nordwesten Mexikos einer seiner führenden Köpfe, Audias Flores Silva (45), festgenommen. Der hochrangige Unterweltboss galt als Nachfolger des Jalisco-Kartells und wurde als Erbe des berüchtigten Drogenbosses „El Mencho“ gehandelt. Die USA hatten auf ihn ein Kopfgeld von 4,3 Millionen Euro (5 Millionen Dollar) ausgesetzt.

Wer ist „El Jardinero“?

Audias Flores Silva, auch bekannt als „El Jardinero“ („Der Gärtner“), wurde festgenommen, als er sich in einem Straßengraben nahe der Ortschaft El Mirador im Bundesstaat Nayarit versteckte, wie die mexikanischen Behörden mitteilten. An der Militäroperation waren 120 Soldaten und weitere 400 Angehörige der Marine in Unterstützungsfunktionen sowie Hubschrauber und Flugzeuge beteiligt. Bei seiner Festnahme sei niemand getötet oder verletzt worden. Der Zugriff erfolgte rund zwei Monate, nachdem Kartell-Boss „El Mencho“ getötet worden war.

Vorwürfe: Drogenhandel und Betrug an US-Rentnern

„El Jardinero“ wurde unter anderem wegen Drogenhandels und Betrugs an US-Rentnern gesucht. Die USA beschuldigten Silva außerdem, einen Timesharing-Betrugsring geleitet zu haben, der ältere US-Bürger um ihre Ersparnisse brachte.

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Krawalle nach der Festnahme

Lokale Medien in Nayarit berichteten, dass nach der Festnahme mehrere Autos und Geschäfte in Brand gesetzt wurden. Auch nach dem tödlichen Zugriff des mexikanischen Militärs auf „El Mencho“ im Februar hatte es Krawalle und Vandalismus mit brennenden Fahrzeugen und Straßensperren in verschiedenen Regionen des Landes gegeben. Die Kartell-Gewalt richtete sich auch gegen verschiedene Unternehmen. Insgesamt kamen bei den damaligen Ausschreitungen mehr als 70 Menschen ums Leben, darunter 25 Mitglieder der Nationalgarde. Trotz der Gewalt wurde die Tötung von „El Mencho“ damals als Erfolg für die mexikanische Regierung gewertet.

CJNG-Kartell mächtiger als das Sinaloa-Syndikat

Das CJNG-Kartell zählt zu den mächtigsten kriminellen Organisationen Mexikos. Es kontrolliert illegale Operationen entlang der Pazifikküste. Die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA geht davon aus, dass das CJNG-Kartell in mindestens 21 der 32 Bundesstaaten Mexikos präsent und aktiv ist. Damit übertrifft das Drogen-Syndikat auch das berühmt-berüchtigte Sinaloa-Kartell, das in 19 Bundesstaaten aktiv sein soll. US-Präsident Donald Trump stufte im vergangenen Jahr das Jalisco-Kartell der Neuen Generation und fünf weitere mexikanische Kartelle als ausländische Terrororganisationen ein.

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