Volkssolidarität Brandenburg kritisiert Sparpläne der Gesundheitsreform
Die Volkssolidarität in Brandenburg hat die diskutierten Sparpläne im Rahmen der Gesundheitsreform scharf kritisiert. Der Verband warnt vor den negativen Auswirkungen auf Kinder mit Behinderungen und deren Familien. Die Landesvorsitzende Katharina Slanina betonte, dass die geplanten Milliardeneinsparungen an den falschen Stellen ansetzen.
Abkehr von individuellen Hilfen
Besonders besorgt zeigt sich die Volkssolidarität über die geplante Abkehr von individuellen Unterstützungsleistungen hin zu pauschalen Infrastrukturangeboten. „Individuelle Unterstützungsleistungen lassen sich nicht durch pauschale Angebote ersetzen“, erklärte Slanina. „Familien in belasteten Lebenslagen brauchen konkrete, fachlich qualifizierte Hilfe – keine strukturelle Verschiebung von Verantwortung.“
Beispiel autistische Kinder
Als Beispiel führte Slanina die Betreuung autistischer Kinder an. Ein autistisches Kind könne den Schulalltag nur mit einer festen Einzelfallhilfe bewältigen. Künftig sollen stattdessen mehrere hilfebedürftige Kinder gemeinsam durch wechselnde Fachkräfte betreut werden. „Was auf dem Papier effizient klingt, bedeutet in der Realität: keine stabile Bezugsperson, kein Vertrauensaufbau und deutlich eingeschränkte individuelle Unterstützung“, erläuterte Slanina. Damit drohe nicht nur ein Qualitätsverlust, sondern auch eine Verschärfung sozialer Ungleichheiten.
Wirtschaftliche Überlegungen verdrängen fachliche Grundlagen
Darüber hinaus wachse die Gefahr, dass wirtschaftliche Überlegungen die fachlichen Grundlagen sozialer Arbeit verdrängen, erklärte die Landeschefin der Volkssolidarität. „Soziale Arbeit braucht Vertrauen, klare Planungen und verlässliche Regeln – keine kurzfristigen Spartricks.“
Hintergrund: Internes Arbeitspapier
Hintergrund der Kritik ist ein internes Arbeitspapier von Bund, Ländern und den kommunalen Spitzenverbänden, das in der vergangenen Woche bekannt geworden war. Es umfasst Kürzungen von mindestens 8,6 Milliarden Euro, wobei viele vorgeschlagene Maßnahmen in ihrem finanziellen Umfang noch nicht ermittelt sind. Auch der Paritätische Gesamtverband sowie weitere Wohlfahrtsverbände hatten gegen diesen Maßnahmenkatalog protestiert.



