Internet im Krankenhaus: Hohe Kosten für Patienten
Ein Krankenhausaufenthalt bedeutet nicht nur gesundheitliche Belastungen, sondern kann auch finanziell ins Gewicht fallen – besonders wenn es um die Internetnutzung geht. Laut einer aktuellen Untersuchung des Vergleichsportals Verivox stellen viele deutsche Kliniken zwar WLAN zur Verfügung, verlangen dafür jedoch oft Gebühren. Die Preise können bis zu fünf Euro pro Tag betragen, was sich bei einem längeren Aufenthalt schnell summiert.
Studie zu Universitätskliniken zeigt große Unterschiede
Verivox hat die WLAN-Verfügbarkeit an den 37 deutschen Universitätskliniken überprüft. Die Ergebnisse sind gemischt:
- 22 Häuser bieten ein durchgängig kostenloses WLAN an.
- Neun Kliniken beschränken die kostenlose Nutzung, etwa durch Zeitlimits oder Datenvolumen.
- Sechs Standorte verlangen grundsätzlich Geld für den Internetzugang.
Die Preisspanne ist beträchtlich: Für 24 Stunden Internetnutzung fallen zwischen einem und fünf Euro an. Bei einem einwöchigen Aufenthalt können so Kosten von sechs Euro im Uniklinikum Bielefeld bis zu 30 Euro in der Uniklinik Mainz entstehen. Hinzu kommen teilweise weitere Gebühren für Streaming-Dienste oder Mediatheken.
Private Klinikverbünde und Versicherungsstatus
Auch bei privaten Klinikverbünden wie Helios, Asklepios und Sana ist die Situation uneinheitlich. Oft ist die Internetnutzung nur in Komfort- oder Privatzimmern kostenlos. Zudem spielt der Versicherungsstatus eine Rolle: Ob jemand privat oder gesetzlich versichert ist, kann den Zugang zum WLAN beeinflussen.
Im Vergleich zu einer Studie aus dem Jahr 2023 hat sich die WLAN-Lage laut Verivox nur punktuell verbessert. Einige Kliniken raten ihren Patienten sogar explizit, Filme oder Spiele bereits zu Hause herunterzuladen, um Kosten zu sparen.
Diese Thematik wirft Fragen im Rahmen der Gesundheitsreform auf, bei der viele Vorschläge zur Verbesserung der Patientenversorgung diskutiert werden. Die hohen Zusatzkosten für Internet im Krankenhaus unterstreichen die Notwendigkeit, auch digitale Aspekte der Gesundheitsversorgung zu berücksichtigen.



