Eine große Mehrheit der Deutschen betrachtet heimliches Filmen in privaten oder intimen Situationen als ernstes gesellschaftliches Problem. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die vom Institut Infratest Dimap im Auftrag des SWR-Rechercheteams durchgeführt wurde. Insgesamt 85 Prozent der Befragten bewerten geheime Videoaufnahmen, etwa in der Sauna oder am Strand im Bikini, als „sehr großes Problem“ (47 Prozent) oder „großes Problem“ (38 Prozent). Bei den weiblichen Befragten lag der Anteil sogar bei 89 Prozent.
Hintergrund der Umfrage
Für die Erhebung wurden Ende März 1.316 wahlberechtigte Personen telefonisch und online befragt. Die Untersuchung ist Teil einer SWR-Dokumentation über digitale Gewalt, die sich besonders auf sogenannte Smart Glasses konzentriert. Diese Brillen sind mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet, ähneln aber optisch herkömmlichen Brillen. Laut SWR haben sich in sozialen Netzwerken und Online-Foren regelrechte Gemeinschaften von Nutzern solcher Brillen gebildet, die sich gegenseitig Tipps geben, wie sie Frauen unbemerkt filmen können, etwa beim Sex.
Gesellschaftliche Relevanz
Die Ergebnisse verdeutlichen die wachsende Besorgnis in der Bevölkerung über die Verletzung der Privatsphäre durch moderne Technik. Besonders Frauen fühlen sich durch heimliche Aufnahmen bedroht. Die Dokumentation des SWR soll aufklären und sensibilisieren, wie digitale Gewalt durch technische Neuerungen wie Smart Glasses zunimmt. Die Umfrage unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf, um die Privatsphäre der Menschen zu schützen und rechtliche Rahmenbedingungen anzupassen.



