Berlin – Die schwarz-rote Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Abschiebungen. Neue Zahlen zu Zwangsrückführungen abgelehnter Asylbewerber zeigen: Im ersten Quartal 2026 wurden 4807 Menschen abgeschoben – ein Minus von knapp 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als es 6151 waren. Damit liegt die Zahl unter Merz sogar niedriger als unter seinem Vorgänger Olaf Scholz (SPD).
Rückgang um 1344 Abschiebungen
Insgesamt verließen 1344 Personen weniger Deutschland zwangsweise. Hauptzielländer waren die Türkei (601), Georgien (266), Nordmazedonien (230), Spanien (192) sowie Marokko und Algerien (je 178). Nach Syrien und in den Iran wurden jeweils drei Personen abgeschoben, nach Afghanistan 27. Betroffen waren 547 Kinder bis 13 Jahre, 146 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren sowie 99 über 60-Jährige, darunter sieben über 71-Jährige. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor, über die die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet.
Gründe für den Rückgang
Die Hauptgründe liegen in der föderalen Struktur: Abschiebungen sind Ländersache, der Bund unterstützt lediglich. Zudem sinkt die Zahl der „einfachen“ Fälle, da in den vergangenen Jahren vor allem Personen abgeschoben wurden, deren Herkunftsländer gut kooperierten. Übrig bleiben schwierige Fälle, wie BILD aus Sicherheitskreisen erfuhr.
Forderung nach Abschiebeoffensive
Innenexperte Stephan Mayer (CSU) fordert eine „echte Abschiebeoffensive“ und verstärkte Rückführungen ausreisepflichtiger Personen, etwa nach Syrien. Die Diskussion um eine Verschärfung der Abschiebepraxis dürfte damit neu entfacht werden.



