Abschiebung gescheitert: Asylbewerber randaliert an Bord
Berlin – Die zahlreichen Asylhelfer geben sich als Berater und Verteidiger des Rechts, doch rufen sie selbst zum Rechtsbruch auf. Am vergangenen Donnerstag scheiterte die Abschiebung eines Asylbewerbers aus Berlin nach Wien. Der Mann wurde von zwei Bundespolizisten begleitet und kurz vor sieben Uhr in den hinteren Teil eines Airbus A320 der Austrian Airlines gesetzt. Dort begann er zu randalieren. Die Beamten mussten ihn wieder aus dem Flugzeug führen. Er schlug um sich, die Notrutsche wurde ausgelöst.
Über Herkunft und Identität des Mannes gaben weder Bundespolizei noch Austrian Airlines Auskunft. Asylbewerber in Deutschland, die bereits in einem anderen EU-Land Asyl beantragt haben, müssen dorthin zurückkehren. Tun sie es nicht, müssen sie zwangsweise zurückgeführt werden. So will es das Gesetz. Um einen solchen Fall handelte es sich am Donnerstag. Der Mann wollte seine Abschiebung nach Wien mit Gewalt verhindern. Das hatte er offensichtlich konkret geplant.
Private Vereine geben Tipps zur Verhinderung von Abschiebungen
Dafür geben private Vereine konkrete Tipps. Sie informieren darüber, dass die Piloten den Flug verweigern, wenn Unruhe an Bord entsteht. Der „Flüchtlingsrat Berlin“ beispielsweise hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Abschiebungen zu verhindern, auch wenn sie nach dem Gesetz vollzogen werden müssen. Dazu gibt der Rat eine Handreichung heraus („Handlungsoptionen im Fall von Abschiebungen“).
Die zahllosen Asylhelfer geben sich als Berater und Verteidiger des Rechts. Dabei rufen sie selbst zum Rechtsbruch auf. Sie akzeptieren die Rechtsprechung nicht, wenn sie einen abgelehnten Asylbewerber zur Ausreise zwingt. Sie sorgen dafür, dass das Asylrecht zur Farce verkommt, wenn schließlich jeder bleiben kann, mit und ohne Fluchtgrund.
Hat Gunnar Schupelius recht? Rufen Sie an: 030/2591 73153, oder Mail: gunnar.schupelius@axelspringer.de
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