AfD-Politikerin teilt judenfeindlichen Beitrag in sozialen Medien
Eine Brandenburger AfD-Kommunalpolitikerin hat einen antisemitischen Beitrag in sozialen Medien verbreitet und sich nach massiver Kritik dafür entschuldigt. Der Antisemitismusbeauftragte des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, forderte umgehend Konsequenzen und stellte nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen die Politikerin. Der Fall wurde zunächst durch einen Bericht des „Tagesspiegel“ öffentlich bekannt.
Video mit NS-Propaganda und judenfeindlicher Karikatur
In dem Reel, einem Kurzvideo, das die AfD-Politikerin Peggy Lindemann geteilt hatte, wird der NS-Diktator Adolf Hitler indirekt verteidigt. Zudem ist eine judenfeindliche Karikatur aus der nationalsozialistischen Wochenzeitung „Der Stürmer“ zu sehen. Die Politikerin löschte den Beitrag nach aufkommender Kritik umgehend und sprach von einem schwerwiegenden Fehler. Lindemann ist aktives Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Schwedt/Oder sowie im Kreistag Uckermark. Büttner forderte ihren sofortigen Rücktritt von diesen politischen Ämtern.
Antisemitismusbeauftragter: Beitrag entmenschlicht Juden
Der Antisemitismusbeauftragte Andreas Büttner erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass ein im Video verbreiteter Spruch eine klassische antisemitische Verschwörungserzählung reproduziere. „Diese Erzählung entmenschlicht Juden systematisch und hat historisch zur Legitimation von Gewalt beigetragen“, betonte Büttner. Er verwies zudem auf weitere antisemitische Symbolik, die in dem Video deutlich erkennbar sei. Die Darstellungen seien nicht nur beleidigend, sondern stellten eine gefährliche Verharmlosung nationalsozialistischer Verbrechen dar.
Politikerin entschuldigt sich und distanziert sich
Die AfD-Politikerin aus der Uckermark äußerte sich selbst auf Instagram zu dem Vorfall. Sie schrieb, sie habe Reels zur Affäre um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein von einem bestimmten Profil geteilt. „Dabei war eine antisemitische Darstellung enthalten, die ich in diesem Moment nicht als solche erkannt habe“, erklärte Lindemann. „Als ich darauf aufmerksam gemacht wurde, habe ich diese unverzüglich gelöscht. Ich distanziere mich ausdrücklich von der Art und dem Inhalt dieser Darstellung.“ Trotz dieser Entschuldigung bleibt die politische und rechtliche Bewertung des Vorfalls durch die zuständigen Stellen abzuwarten.
Der Fall unterstreicht die anhaltende Problematik von Antisemitismus in Teilen der politischen Landschaft und die Notwendigkeit konsequenter Aufklärung sowie rechtlicher Schritte. Die Strafanzeige des Antisemitismusbeauftragten markiert einen wichtigen Schritt im Umgang mit solchen Vorfällen und sendet ein klares Signal gegen judenfeindliche Hetze.



