Tragödie in Tumbler Ridge: Zehn Tote bei Schul-Amoklauf in Kanada
In der kanadischen Provinz British Columbia hat sich ein verheerender Amoklauf an einer Schule ereignet, der die kleine Gemeinde Tumbler Ridge erschüttert. Bei dem Vorfall sind zehn Menschen ums Leben gekommen, darunter auch die mutmaßliche Täterin. Mindestens 25 weitere Personen wurden verletzt, viele von ihnen schwer.
Chronologie der Ereignisse
Die Polizei wurde am Dienstag um 13.20 Uhr Ortszeit (21.20 Uhr MEZ) über Schüsse an der Schule in Tumbler Ridge informiert. Bei ihrem Eintreffen fanden die Beamten ein Bild des Grauens vor. Sechs Tote wurden direkt in der Schule entdeckt, eine weitere Person starb auf dem Transport ins Krankenhaus. An einem weiteren Ort, der wahrscheinlich mit der Tat in Verbindung steht, wurden zwei weitere Leichen gefunden.
Unter den Toten in der Schule befindet sich laut Polizeiangaben auch die mutmaßliche Angreiferin. Nach Informationen des kanadischen Senders CBC starb diese Person durch eine selbst zugefügte Verletzung. Die Behörden gehen aktuell davon aus, dass keine weitere Gefahr für die Gemeinde besteht.
Die betroffene Gemeinde
Tumbler Ridge liegt im Westen Kanadas, etwa 700 Kilometer nordöstlich von Vancouver entfernt. Die kleine Gemeinde zählt offiziell nur rund 2700 Einwohner. An der betroffenen Schule lernen nach Angaben des Schulbezirks etwa 175 Schülerinnen und Schüler.
Der Bürgermeister der Stadt äußerte sich tief bestürzt: "Ich werde jedes Opfer kennen. Ich bin seit 19 Jahren hier, und wir sind eine kleine Gemeinde." Diese Aussage unterstreicht das Ausmaß der Tragödie für die eng verbundene Gemeinschaft.
Offene Fragen und Ermittlungen
Die Polizei hat aus Datenschutzgründen und zum Schutz der laufenden Ermittlungen bislang keine Angaben zur Identität der Täterin gemacht. Zuvor war nach einer "braunhaarigen Frau in einem Kleid" gesucht worden.
In sozialen Medien kursieren Spekulationen über die Hintergründe, darunter auch unbelegte Behauptungen über die geschlechtliche Identität der Täterin. Die kanadische Webseite "Juno News" berichtete darüber, doch die Polizei hat dazu keine bestätigten Informationen veröffentlicht.
Zu dem Motiv der Tat liegen bislang keine Erkenntnisse vor. Auch die Identität der anderen Opfer wurde noch nicht bekannt gegeben. Unklar bleibt, ob es sich bei den Toten um Kinder, Jugendliche oder Lehrkräfte handelt.
Internationale Reaktionen
Der kanadische Premierminister Mark Carney zeigte sich "zutiefst erschüttert" und sagte seine Reise zur Münchner Sicherheitskonferenz ab. Auf der Plattform X schrieb er: "Meine Gebete und mein tiefstes Beileid gelten den Familien und Freunden, die durch diese schrecklichen Gewalttaten Angehörige verloren haben."
Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sein Mitgefühl: "Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Tumbler Ridge, die um Freunde und Familie trauern." Er wünschte den Verletzten zudem eine rasche Genesung. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron und der australische Premierminister Anthony Albanese bekundeten ihr Beileid.
Historische Dimension
Laut kanadischen Medienberichten handelt es sich bei diesem Vorfall um den Amoklauf mit den meisten Opfern an einer Ausbildungsstätte in Kanada seit 1989. Damals erschoss ein 25-Jähriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen, bevor er sich selbst das Leben nahm.
Die Ermittlungen in Tumbler Ridge dauern an, während die Gemeinde mit der Trauer und Aufarbeitung der schrecklichen Ereignisse beginnt. Die genauen Umstände und Hintergründe dieser Tat werden voraussichtlich noch längere Zeit beschäftigen.



