Berlin verzeichnet deutlichen Rückgang bei Messerangriffen
Die Berliner Polizei meldet eine erfreuliche Entwicklung im Kampf gegen Messergewalt: Im ersten Quartal des Jahres 2026 ist die Zahl der Messerangriffe in der Hauptstadt deutlich zurückgegangen. Nach aktuellen Daten der Behörden wurden zwischen dem 1. Januar und dem 31. März insgesamt 611 solcher Taten registriert. Dies stellt einen bemerkenswerten Rückgang um etwa 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dar, als noch 839 Fälle gezählt wurden.
Verletztenzahlen ebenfalls rückläufig
Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den Verletztenzahlen wider. Laut der aktuellen Polizeistatistik wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 211 Menschen bei Messerangriffen verletzt. Dabei kam ein Mensch ums Leben, 36 erlitten schwere Verletzungen und 174 Personen wurden leicht verletzt. Diese Zahlen liegen ebenfalls unter den Werten des ersten Quartals 2025, als 246 Menschen verletzt wurden, darunter 37 schwer und drei tödlich.
Eine Polizeisprecherin wies jedoch darauf hin, dass sich die Zahlen im laufenden Jahr noch leicht erhöhen könnten, da einige Fälle möglicherweise später in der Statistik erfasst werden. Unter dem Begriff „Messerangriff“ werden dabei alle Taten zusammengefasst, bei denen ein Messer eingesetzt oder damit gedroht wurde.
Einzelne Vorfälle zeigen weiterhin Gefahrenpotenzial
Trotz des insgesamt positiven Trends gab es in der vergangenen Woche mehrere besorgniserregende Einzelfälle. In Moabit wurde ein Mann in der Nacht zum Mittwoch lebensgefährlich verletzt, als er einen Streit in einer Bar schlichten wollte. Nur etwa eine Stunde zuvor wurde in Neukölln ein 31-Jähriger mit Schnitt- und Stichverletzungen auf einem Bürgersteig gefunden, wobei der Hintergrund zunächst unklar blieb. Bereits in der vorangegangenen Nacht hatte ein 49-Jähriger bei einem Streit in Friedrichshain Schnitt- und Stichwunden am Oberschenkel erlitten.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete es als „alarmierendes Signal“, dass innerhalb kürzester Zeit mehrere Menschen schwer verletzt wurden. Diese Einzelfälle verdeutlichen, dass Messergewalt weiterhin ein ernstzunehmendes Problem in der Hauptstadt darstellt.
Langfristige Entwicklung und Gegenmaßnahmen
Im gesamten Jahr 2025 hatte die Berliner Polizei laut Kriminalstatistik noch 3.599 Fälle im Bereich „Messerangriff“ registriert. Dies entsprach einer Zunahme um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwa die Hälfte dieser Fälle betrafen Drohungen mit Messern. Die Polizei ermittelte 1.906 Verdächtige, von denen 86 Prozent männlich und 56 Prozent nichtdeutscher Staatsangehörigkeit waren.
Als Reaktion auf die zuvor steigende Messerkriminalität haben Polizei und Politik verschiedene Gegenmaßnahmen ergriffen:
- Im Dezember 2024 wurde eine Koordinierungsstelle für Messerstraftaten beim Landeskriminalamt (LKA) eingerichtet
- Die Strategie gegen Messergewalt wurde neu ausgerichtet und verschärft
- Der Berliner Senat errichtete drei Waffen- und Messerverbotszonen: im Görlitzer Park und am Kottbusser Tor in Kreuzberg sowie am Leopoldplatz in Wedding
Polizei und Senat sehen in den aktuellen Zahlen erste Erfolge dieser Maßnahmen. Die Verbotszonen, die durch entsprechende Hinweisschilder gekennzeichnet sind, sollen dazu beitragen, die Präsenz von Waffen und Messern in sensiblen Bereichen zu reduzieren und damit das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.



